In den vergangenen Jahren sanken die Pegel der Seen im Berliner Umland teilweise beträchtlich. Die Menschen, die an den Seen leben, waren alarmiert. Den Straussee vor den Toren Berlins betreffend beauftragten sie ein Gutachten, welches neben fehlender Niederschläge und höherer Verdunstung bei gestiegenen Temperaturen auch grössere  Wasserentnahmen durch den Wasserverband Strausberg-Erkner als kausal dafür nennt, dass die Uferstege des Straussees heute im Trockenen stehen. Für das gleiche Phänomen am Elsensee wird ursächlich angenommen, dass das Wasser des Zinndorfer Mühlenfliesses, welches den See speiste, seit Längerem angestaut und dem 1. Grundwasserleiter zugeführt wird. In Brandenburg wird Trinkwasser aus Grundwasser gewonnen, und da auch dessen Pegel sinken, wird Kompensation gesucht. Oberirdische und unterirdische Gewässer kommunizieren miteinander. Wenn weniger Regen fällt und in heisseren Sommern mehr Wasser verdunstet, gleichzeitig aber mehr Wasser entnommen wird, sinken die Wasserstände in beiden. Wenn dadurch Bäume verdorren, beschleunigt sich der beschriebene Teufelskreislauf. Es wird trockener, heisser, weniger grün und unsere Welt wird so allmählich eine andere, weniger lebenswerte und letztlich wohl auch weniger lebensermöglichende für alle Wesen, auch für das Wesen  Mensch. Gewiss wird dieser Teufelskreis kaum durchbrochen, indem wir lediglich Niedrigwassermanagement betreiben und auf’s Autowaschen und Rasensprengen verzichten. Wir müssen wohl in Zukunft auf mehr verzichten: Auf immer Mehr vom Mehr mit mehr Verbrauch von Ressourcen jeglicher Art, auch von Wasser.

Fotos vom Elsensee Mitte August 2022: Das Wasser ist um etliche Meter zurückgewichen, die Leitern führen nicht mehr in den See, sondern ans matschige Ufer und im See lockt keine Erfrischung, sondern schwappt grüne Brühe. Eine Interessengemeinschaft hofft auf Abhilfe, indem Wasser dem See zugeleitet wird und die Mittel dafür bereitgestellt werden.