Good bye Tesla! - Berliner Wassertisch vernetzt den Widerstand gegen Tesla

Pressemitteilung des Berliner Wassertischs

Von den Reaktionen auf die Einladung des Berliner Wasserrats am 27.4.21 zur Online-Konferenz „Gräbt Tesla Berlin das Wasser ab?"“ wurden die Organisatorinnen überwältigt: Nicht nur Interessierte aus Brandenburg und Berlin nahmen teil, sie schalteten sich von Freiburg und Saarbrücken über München bis Toronto zu. Auch das European Water Movement (EWM), ein Zusammenschluss von Wasseraktiven in Europa und das Transnational Institute (TNI) zeigten sich interessiert.

Dorothea Härlin, Mitbegründerin des Berliner Wassertischs, betonte in ihrer Einleitung: „Wir, der Berliner Wassertisch, haben nicht jahrelang für die Rekommunalisierung der Berliner Wasserbetriebe gekämpft und die Blue Community Berlin mit gegründet, damit uns jetzt Tesla mit einer in ihrer Ökobilanz äußerst fragwürdigen Produktion das Wasser abgräbt und unsere Gewässer noch weiter belastet - es steht schon schlimm genug um sie.“

Pressesprecherin Ulrike von Wiesenau kommentiert: "Vor den Toren Berlins entsteht unter Zeitdruck ein Bau ohne endgültige Genehmigung, mit jedem Tag werden Fakten geschaffen, obwohl grundlegende Fragen, wie die Grundwasserfrage, immer noch ungeklärt sind. Mangelnde Transparenz, ignorierte Absprachen und der Verweis auf Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse sind nicht dazu angetan, Vertrauen zu schaffen."

In der Debatte zeigte sich, dass viele Initiativen und Umweltverbände schon lange gegen Tesla kämpfen, aber bisher alleine gegen dieses Giga-Unternehmen noch zu wenig ausrichten konnten. Alle waren sich einig, dass sie mit all diesem schon vorhandenen Wissen und einer Vernetzung der vielen schon existierenden und nun noch hinzukommenden AkteurInnen auch gegen einen weltweit agierenden Konzern etwas ausrichten können, dem es allein um Profit geht.

Eine erste Forderung des noch jungen Bündnisses ist es, wie Erwin Nolde, Fachingenieur für Abwasserwesen und Mitbegründer von Blue Community Berlin sagt: „Tesla muss zumindest den gängigen Standard von VW umsetzen. VW hat seit seiner Gründung noch vor dem 2.Weltkrieg ein eigenes Wasserrecycling-System installiert mit eigener Klärung seiner Abwässer. Das ist auch in fast allen Großunternehmen inzwischen Standard. Wir fordern die Politik auf, keine weiteren Teilgenehmigungen und schon gar nicht eine Endgenehmigung zu erteilen, solange dies von Tesla nicht umgesetzt wurde.“

In dieser Forderung waren sich alle Teilnehmenden einig und genauso darin, dass diese Konferenz nur der Startschuss für weitere gemeinsame Aktionen sein konnte. In den vielfältigen Beiträgen wurde auch klar: der lokale Widerstand von AnwohnerInnen gegen die Zerstörung ihres „Paradieses“, wie eine Teilnehmerin der BI Grünheide es formulierte, ist enorm wichtig. Genauso aber auch der Blick nach außen, mehrfach wurde auch die Produktion von E-Autos als angebliche Rettung gegen den Klimawandel prinzipiell in Frage gestellt.

Mit den Erfahrungen des Berliner Wassertischs gegen globale Konzerne, wie damals RWE und Veolia, ist von diesem neuen Bündnis noch einiges zu erwarten.

Pressekontakt: Ulrike von Wiesenau +49(0) 1573-4077795 | presse@wassertafel.org

 


Gräbt Tesla Berlin das Wasser ab?

Online-Konferenz des Berliner Wassertischs, 27. April 2021, 19:00 Uhr

In Kooperation mit dem Haus der Demokratie und Menschenrechte

Südöstlich von Berlin wächst im brandenburgischen Grünheide die Tesla-Gigafactory aus dem märkischen Sand. Dort, wo im vergangenen Jahr noch über 100 Hektar Wald standen, will Elon Musk bereits im Juli seine Elektro-Auto-Produktion an den Start bringen. Umweltverbände wie die Grüne Liga Brandenburg äussern massive Bedenken, da das Werk in einem Wasserschutzgebiet liegt. Dieses Berliner Urstromtal, eine Senke, die sich von Südosten nach Berlin hineinzieht und die natürliche Zisterne der deutschen Hauptstadt bildet, ist ein Speicher, der mit jedem trockenen Sommer leerer wird. Bereits heute sinkt der Grundwasserpegel dramatisch, der Klimawandel führt zu einer zusätzlichen Wasserverknappung.

Doch Trink- und Grundwasser in unserer Region sind jetzt durch die Aktivitäten von Tesla noch einmal massiver gefährdet. Bereits seit längerem regt sich dagegen Widerstand. Der Berliner Wassertisch und sein Wasserrat möchten dazu beitragen, ein breites Bündnis zu schaffen, um gemeinsam diese Umweltkatastrophe zu stoppen. Berlin darf sich nach der Rekommunalisierung der Berliner Wasserbetriebe, für die wir erfolgreich gekämpft haben, nicht durch eine in ihrer Ökobilanz höchst umstrittene E-Auto-Produktion das Wasser abgraben lassen.

Die nächsten Wochen könnten die letzte Gelegenheit für wirksamen Einspruch bieten. Die Veranstaltung des Berliner Wasserrates wird sich mit den Folgen der Tesla-Gigafactory auf die Wasserressourcen der Region befassen und bundesweit diskutieren, wie wir uns gegen den Ausverkauf des Trinkwassers wehren und alternative Konzepte vorstellen können.

Einstiegsstatements:

Michael Ganschow, Grüne Liga Brandenburg e.V.
Marten Lange-Siebenthaler, NABU Kreisverband Fürstenwalde
Dr. Heidemarie Schroeder und Lars Domann, BI Grünheide
Vilma Niclas, Rechtsanwältin und Fachjournalistin für IT-Recht
Erwin Nolde, Nolde & Partner - Innovative Wasserkonzepte
Gertrud Falk, Sozialwissenschaftlerin und Referentin FIAN Deutschland.

Moderation: Dorothea Härlin, Gertrud Falk, Ulrike von Wiesenau

Anmeldung: Wenn Sie an unserer Online-Veranstaltung teilnehmen möchten, bitten wir Sie, sich bis zum 26.04.2021 bei Johanna Erdmann anzumelden.