Im Streit um das Wasser im Berliner Südosten zieht immer wieder der Wasserverband Strausberg – Erkner die Aufmerksamkeit auf sich, denn er hat zu gewährleisten, dass den Konsumenten das Wasser besonders in den Sommermonaten nicht ausgeht. Bereits im Oktober 2019 nannte der WSE das Versagen von Neuerschliessungen für Gewerbe und Industrie als Möglichkeit, um der zunehmenden Diskrepanz zwischen Wasserdargebot und Wasserbedarf Herr zu werden. Seine Mahnungen vor Wassermangel wiederholt der Verbandschef seitdem beharrlich, was ihm Maulkorbverordnungen seitens der Politik und selbst Hasskampagnen im Internet eingebracht hat. Veränderungen in der Region  geben den Cassandrarufen des Vorstandschefs jedoch Recht: Ein Austrocknen von Seen, die Umkehr der Fliessrichtung der Spree und Trockenheitsschäden grosser Teile der Vegetation sind unverkennbare Zeichen des zunehmenden Wassermangels. Der nach den Dürrejahren 2018 ff auch in diesem Jahr fehlende Niederschlag ist ein erneutes Alarmsignal.

Das Landesamt für Umwelt jedoch sieht diese Alarmsignale und teilt die Sorgen des Wasserverbandes nicht und hat die Ansiedlung des Wassergrossverbrauchers Tesla genehmigt. Die Landesregierung hofft sogar auf weitere  Ausbaustufen des Werks wie auch den Nachzug von Gewerbe und Industrie, die alle weitere Wasserbedarfe anmelden werden. Auch das Verwaltungsgericht Frankfurt/Oder prognostiziert erstaunlicher Weise, dass die Grundwasserneubildung die Grundwasserentnahme im gesamten kommenden Jahrzehnt übersteigen wird. Politik, Behörden und Justiz befördern so einen zunehmenden Wassermangel in einer der trockensten Regionen Deutschlands und agieren damit als Katalysator einer Umweltzerstörung, die sie eigentlich zu  verhindern suchen sollten.

 

Die Wassertafel Berlin – Brandenburg nutzte die ausserordentliche Sitzung des WSE, um darauf hinzuweisen, dass eine reine Genehmigungen von Mehrförderung von Wasser für den Wasserverband nur zu einem weiter sinkenden Grundwasserspiegel führen wird und damit zu einer Beschleunigung des bereits in Gang gesetzten Teufelskreislaufs von Mehrverbrauch, Austrocknung von Böden und Absterben der Vegetation und sinkender Grundwasserneubildung.