Zum 03.12.2022 hatte die Wassertafel Berlin-Brandenburg gemeinsam mit der Bürgerinitiative Grünheide zu einer Kundgebung gegen weitere Landnahmepläne Teslas auf den Grünheider Marktplatz gerufen. Tesla beabsichtigt sein Gelände um 100 ha Wald, welcher  im Landschaftsschutzgebiet liegt, zu erweitern. Umweltminister Axel Vogel wies auf einer Sitzung des MLUK (Ministerium für Umwelt und Klima) darauf hin, dass die Umwandlung von unter Landschaftsschutz stehendem Wald in eine andere Nutzungsart gar nicht so einfach sei und gab Tesla den „Tipp“, doch die Idee eines Güterbahnhofs dort zu entwickeln, denn den Lieferverkehr auf Bahnschienen verlegen zu wollen, sei gewiss auch für ein LSG ein ausreichendes Kahlschlagargument. Es geht also in der „Zusammenarbeit“ von Tesla, Behörden und Politik weiter wie bisher: Naturzerstörung wird per Salamitaktik betrieben und die Grünheider werden sich des Verlustes ihrer „von Seen und Wäldern geprägten Heimat“ (O-Ton Bürgermeister Christiani) erst bewusst werden, wenn der letzte Baum gerodet und der letzte See ausgetrocknet sein werden.  

Angesichts dieser Entwicklung forderte die Wassertafel Berlin-Brandenburg die Gemeindevertreter Grünheides auf, am 08.12.22 gegen den erneuten B-Plan und damit gegen das erneute Opfer wertvoller 100 ha Landschaftsschutzgebiet zu stimmen. Mit unseren schon bewährten Buchstabentafeln forderten wir:  KEIN BAUM MEHR FÜR TESLA!

Manu Hoyer, die Sprecherin der BI Grünheide, verwies auf die vielfachen Störfälle und Brände bei Tesla, von denen schon heute eine Gefährdung der Bevölkerung ausginge. Eine Erweiterung Teslas auf vorhandenem und gar neuem Gelände sei daher abzulehnen. Christiane Schröder, Geschäftsführerin des Naturschutzbundes Brandenburg, erklärte, dass es „das Tafelsilber Brandenburgs“ sei, dass von den Landespolitikern für die Ansiedlung Teslas verscherbelt werde. Die Vertreter von Naturschutzverbänden anderer Bundesländer, bei denen die Industrialisierung eine einstmals intakte Natur bereits bis in den letzten Winkel zerstört hat, würden uns darum beneiden, dass in Grünheide  vielerorts noch seltene Fauna und Flora anzutreffen sei. Eine Sprecherin der Wassertafel mahnte, dass immer mehr Tesla eine immer grössere Gefährdung des Trinkwassers der Brandenburger und Berliner bedeuten würde. Für das Bürgerbündnis Grünheide erinnerte Thomas Wötzel, dass die Ansiedlung Teslas vom ersten Tage an völlig undemokratisch vonstatten gegangen sei und versprach, am Donnerstag gegen den neuen B-Plan zu stimmen. Thomas Löb, der Landeschef der ökologisch-demokratischen Partei, interpretierte die Tatsache, dass sich in Brandenburg immer mehr ökologisch orientierte Bürgerinitiativen bilden würden, damit, dass Bürger Umweltthemen in der Brandenburger Politik nur sehr unzureichend vertreten sehen würden. 

An der Kundgebung nahmen trotz des nasskalten Wetters ca. 200 Menschen hauptsächlich aus Grünheide und Umgebung teil, denen Klaus der Trommler kräftig einheizte. Die Teilnehmenden zeigten sich zum Thema sehr gut informiert und wollten mit ihrem Ausharren auf gefrorenem Pflaster hauptsächlich ihre Übereinstimmung mit den Veranstaltern der Kundgebung ausdrücken.        

Es gab ein umfangreiches Medienecho auf die Aktion:

https://www.moz.de/lokales/erkner/protest-in-gruenheide-_kein-baum-mehr-fuer-tesla_-_-umweltverbaende-bei-demonstration-gegen-gigafactory-67961595.html

https://www.berliner-zeitung.de/news/200-menschen-protestieren-gegen-erweiterung-der-tesla-fabrik-li.293761

https://www.tag24.de/nachrichten/regionales/brandenburg/demo-in-gruenheide-protest-gegen-erweiterung-der-tesla-fabrik-2681480

https://www.bz-berlin.de/brandenburg/protest-gegen-ausbau-der-tesla-fabrik-in-gruenheide