Tesla-Den-Hahn-Abdrehn: Symbolische Aktion zum Schutz unseres Waldes vor der Gier Teslas und dem Genehmigungswahn der Behörden

Am 09. Dezember haben verschiedene Bürger- und Umweltinitiativen, darunter auch unsere Wassertafel, ein blaues Band als Symbol für unser Trinkwasser um das Waldgebiet gespannt, das erneut für Tesla geopfert werden soll. Obwohl Naturschutzverbände, die  Forstbehörde und der Wasserverband sich negativ zu den Plänen geäussert haben ist zu befürchten, dass die Gemeindevertreter ihnen zustimmen werden und das Landesumweltamt seine dafür notwendige Ausgliederung aus dem Landschaftsschutzgebiet vornehmen wird. Am 09. Dezember wollten wir dagegen ein Zeichen setzen. Um eine Video von der Aktion zu sehen, bitte hier anklicken, Fotos und Auszüge aus den Stellungnahmen des Wasserverbandes und der Forstbehörde unten.

Mehr Informationen:

Negative Stellungnahme der anerkannten Naturschutzverbände zum B-Plan 60 (link zur Stellungnahme)

Negative Stellungnahme des Wasserverbandes Strausberg-Erkner zum B-Plan 60 = weiteres Opfer von mehr als 100 ha Wald für Tesla (Auszüge aus der Stellungnahme)

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir müssen Ihnen mitteilen, dass der WSE dem vorbenannten Bebauungsplan und der damit verbundenen 6. Änderung des FNP nicht zustimmen kann.

Die beabsichtigte Änderung des Flächennutzungsplans der Gemeinde Grünheide (Mark) …  verstoßen gegen die seit dem 21. März 2019 gültigen Verordnung zur Festsetzung des Wasserschutzgebietes für das Wasserwerk Erkner, Wasserfassungen Neu Zittauer und Hohenbinder Straße, im speziellen gegen § 3 Schutz der Zone III B, in dem unter Abs. 56 für die Neuausweisung oder Erweiterung von Industriegebieten ausgeschlossen wird  sowie § 4 Schutz der Zone III A, in dem unter Abs. 15 die Festsetzung von neuen Baugebieten im Rahmen der verbindlichen Bauleitplanung verboten sind.

Als Begünstigter der Verordnung zur Festsetzung des Wasserschutzgebietes für das Wasserwerk Erkner lehnen wir die baurechtliche Änderung bzw. Aufstellung ab.

Zudem sind wir aufgrund der durch das Land Brandenburg begrenzten genehmigten Wasserentnahmemengen, die wir bereits ausgeschöpft haben, nicht mehr in der Lage, weitere Baugebiete mit Trinkwasser zu versorgen.

Des Weiteren ist der WSE hinsichtlich der Schmutzwasserentsorgung an die Kläranlage Münchehofe der Berliner Wasserbetriebe gebunden und dort mit vertraglich vereinbarten Einleitmengen limitiert. Diese festgelegte Kapazitätsgrenze der Tages- und Jahresmengen ist ebenfalls erreicht, so dass seitens des WSE keine zusätzlichen Schmutzwassermengen  fach- und sachgerecht entsorgt werden können.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen     

Verbandsvorsteher , Technische Leiterin

Negative Stellungnahme der unteren Forstbehörde zum B-Plan 60 (erneute Umwandlung von weiteren 119 ha Wald in Tesla-Industriegebiet)

Auszüge aus der Stellungnahme der unteren Forstbehörde zum B-Plan 60 (erneute Umwandlung von 119 ha Waldfläche in Tesla-Industriegebiet) 

Seitens der unteren Forstbehörde wird der geplanten Waldumwandlung nicht zugestimmt. Entscheidend hierfür sind nicht kompensierbare Waldfunktionen und die Überzeugung, dass zumindest Teile der Planung auf Nicht-Waldflächen in der Region umgesetzt werden können und nicht unmittelbar an die Produktionsstätte im Wald angrenzen müssen. Zu der vorgeschrieben Alternativenprüfung finden sich in dem Planentwurf nur unzureichende Hinweise. 

 

Daneben handelt es sich nicht, wie dargestellt, um einen durchschnittlich 60-jährigen monostrukurierten artenarmen Kiefernforst, sondern um vorratsreiche Kiefernaltholzbestände, auf 30 % der Fläche mit Unterstand und mindestens 12 weiteren beteiligten Baumarten, wenn auch mit geringen Flächenanteilen. 

Auch im Umweltbericht wird die Strukturvielfalt zumindest als „mittel“ und der ästhetische Eigenwert als „mittel bis hoch“ eingestuft. 

Die Kenntnis der besonderen örtlich vorliegenden Funktionen und der Wald- struktur ist wichtig, damit die Wertigkeit richtig beurteilt in den Abwägungs- prozess einfließt. 

Der Aufbau und die Struktur des Waldes wird im Umweltbericht leider unzu- reichend und teilweise falsch dargestellt. Besonders gravierend ist dieser Fehler beim Alter der Bestände. Es entsteht der Eindruck einer absichtlich wertminderen Darstellung der betroffenen Waldfläche. Zitat: „Die Waldkulisse des ca. 60-jähri- gen Kiefernforstes ist landschaftsbildprägend. Jedoch ist dieser weitgehend struktur- und artenarm“. 

Entgegen dieser Darstellung ist der überwiegende Teil des Waldes über 100 Jahre alt (auf 60,3 ha). Der Alters-Mittelwert über alle Bestände beträgt 90 Jahre. Da die Artenvielfalt im Wald mit dem Bestandesalter regelmäßig korreliert, ist dieser Altersunterschied bedeutsam. 

Der dargestellte „monostrukturierte Kiefernforst“ ist deutlich vielfältiger als be- schrieben. 

Neben den dominierenden Kiefernaltbeständen (die Kiefer ist Bestandteil der po- tentiell natürlichen Waldgesellschaft auf diesen Standorten und daher nicht naturfern) sind in der Forsteinrichtung Trauben- und Stieleichen, Hainbuche, Europäische Lärche, Douglasie, Buche, Berg- und Spitzahorn, Birke, Winterlinde, Pappeln, Ebereschen und Robinien aufgeführt. 

Auf 35 Hektar (1/3 der Fläche) befindet sich ein Unterstand, d.h. eine zweite Baumschicht. 

Auf der betroffenen Fläche befinden sich Altbäume, die über 150 Jahre alt sind (nach dem Datenspeicher Wald auf 1,1 ha) 

Landesbetrieb Forst Brandenburg, Fachbereichsleiter Forsthoheit