Diskussionsrunde im Loft am Pfefferberg

In Grünheide leisten Bürger seit 2 1/2 Jahren Widerstand gegen den Bau der Gigafactory Teslas, während die verantwortlichen Politiker in Land und Bund dem reichsten Mann der Welt den roten Teppich ausrollen.

Die Veranstaltung am 05.05.2022 „Am Pfefferberg“ in Prenzlauer Berg hatte sich das lachende „Does this seem like a desert to you?“ Elon Musks auf die Frage nach der Wasserarmut der Region zum Anlass genommen, um die durch Tesla verschärfte Wasserproblematik zu thematisieren.

 

Die Künstlerin Caroline Breidenbach zeigte in einem Videobeitrag, wie durch Privatisierung von  Wassernutzungsrechten, wie sie auch in Berlin-Brandenburg diskutiert und teilweise verwirklicht wurden, im globalen Süden Krankheit und Not entstehen. Der Titel ihres Beitrages lautete: „Ihre Gegenwart ist unsere Zukunft“.

Anna Lena Kronsbein vom Leibnitz-Institut IGB verwies auf die Gefährdungen des Trinkwassers, die durch die Ansiedlung von Grossindustrie im Berliner Südosten mit seinen geohydrologischen Besonderheiten, seiner Wasserarmut und den grossen Wasserschutzgebieten und Strukturen der Berliner Wasserbetriebe entstehen können.

Heidemarie Schroeder von der Wassertafel Berlin-Brandenburg zeigte an konkreten Beispielen des Tesla-Projektes, wie eine Gefährdung des Trinkwassers der Berliner und Brandenburger nicht erst unsere Zukunft, sondern bereits unsere Gegenwart geworden ist.

 

Die von Anna Lena Kronsbein präsentierten Grafiken zeigen neben anderem die topografische Beziehung der Tesla Bauwerke zu Spree und Müggelsee mit den Uferfiltrationsgalerien der Berliner Wasserbetriebe und die Belastung der Erpe, über die das Klärwerk Münchehofe Abwasser in die Spree einleitet, u.a. mit Korrosionsschutzmitteln. Der Einsatz von Korrosionsschutzmitteln wie Benzotriazol ist auch im Teslawerk zu erwarten. Eine ausführliche Darstellung der Einschätzung des IGB ist auf dessen Webseite zu finden.

Die abgebildeten Fotos der Veranstaltung stammen aus der Kamera Erik Tschernows.

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Stellungnahme zum Störfall bei Tesla am 11.04.2022

Am 11.04. lief bei Tesla der Inhalt eines gesamten Tanklastwagens (15.000 Liter) mit einer Flüssigkeit aus, die in der Lackiererei zum Einsatz kommen sollte. Die Bevölkerung erfuhr von dem Zwischenfall ausschliesslich über die Presse. Der Wasserverband Strausberg-Erkner, nicht etwa die Behörden oder Tesla, hatte die Öffentlichkeit auf das Problem aufmerksam gemacht. Die Fabrik befindet sich im Trinkwasserschutzgebiet. Die genaue chemische Zusammensetzung der Flüssigkeit bleibt Betriebsgeheimnis. Der Sprecher des Umweltministers wie auch die Umweltbehörde springen Tesla bei, während der Konzern wie immer schweigt: Verunreinigungen des Grundwassers seien auszuschliessen; für zeitliche und örtliche Unstimmigkeiten, die Fotos und Videos belegen, gäbe es Erklärungen.

Dazu Pressesprecherin Ulrike von Wiesenau:

"Nach der Chemikalien-Havarie in Teslas Gigafactory in Grünheide sind die Umweltbehörden ihrer Verantwortung nach einer umfassenden Aufklärung des Störfalls nicht nachgekommen, es bestehen schwere Zweifel an einer substantiell nicht untermauerten, übereilt ausgerufenen Entwarnung. Von Anfang an hat die Wassertafel Berlin-Brandenburg klargestellt, dass eine Elektroautofabrik und eine Batteriefabrik in einem Trinkwasserschutzgebiet nichts zu suchen haben. Tesla ist kein vertrauenswürdiger Verwalter des Gemeingutes Wasser. Es muss nun eine externe Untersuchung des Vorfalls und endlich Transparenz in allen Belangen, die das Trinkwasser der Berliner und Brandenburger betreffen, geben!."


Weltwassertag

Zum Weltwassertag, dem 22.03.2022, hatte die Wassertafel Berlin-Brandenburg zusammen mit der Bürgerinitiative Grünheide zu einer Demonstration aufgerufen. Am gleichen Tag feierte Tesla die Auslieferung seiner ersten in Grünheide erzeugten Fahrzeuge. Wir liefen vom Bahnhof Fangschleuse bis zum Teslagelände, wo eine Kundgebung mit vielen Rednern stattfand. Etwa 100 Menschen aus verschiedenen Regionen der Erde nahmen teil. Obwohl die Sonne schien, waren die äusseren Bedingungen nicht optimal: Wir durften nicht die Strasse benutzen sondern wurden auf Waldwegen „versteckt“ und Einsatzwagen der Polizei blockierten die Sicht auf unsere Transparente. Dennoch verbuchen wir unsere Aktion als vollen Erfolg. Während Robert Habeck bei Tesla erklärte, jedes E-Auto vermindere die Abhängigkeit von (russischem) Öl und Gas, rechneten wir vor, dass die Beschleunigung eines Tesla-Y von 130 kmh auf 260 kmh eine Vervierfachung seines Energieverbrauchs bedeutet. Während Elon Musk über die Wasserproblematik lachte, belegten wir die Gefährdung des Trinkwassers der Berliner und Brandenburger. TeilnehmerInnen aus Nord-, Mittel- und Südamerika berichteten, wie die Extraktion von Nickel, welches für die Batterien von E-Autos benötigt wird, ihr Wasser verseucht, ihre Heimat zerstört und sogar ihr Leben bedroht. Eine der Frau aus Guatemala zitierte aus der Ansprache einer Betroffenen, dass sie keine Umweltheroin sein wolle, dass sie auch unseren „technischen Fortschritt“ nicht wolle, dass sie nur mit ihrer Familie in Frieden an ihren Lagunen leben wolle. Diese Lagunen und dieses Leben würde für Nickel, wie Tesla es benötige, zerstört.

 

Die Zeitung „Junge Welt“ berichtet von den Orten, an denen am 22.03.2022, dem „Weltwassertag“ und gleichzeitig „Delivery Day“ Teslas, entweder gefeiert oder -weit ungeduldiger als durch uns- demonstriert wurde:

„Die Politprominenz übte derweil den Bückling: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Bundesklimaminister Robert Habeck (Grüne) und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hielten am Dienstag hymnische Kurzreden beim offiziellen Produktionsstart der ersten europäischen Tesla-Fabrik in Grünheide.“

„Aktivisten von »Sand im Getriebe« und »Aktion autofrei« blockierten während der Feier der Musk-Fanboys die Zufahrten zum Gelände, andere seilten sich an umliegenden Autobahnbrücken ab.“

 

Der link zum ganzen Artikel:

https://www.jungewelt.de/artikel/423139.us-elektroautobauer-giga-gaga-in-gr%C3%BCnheide.html

Mehr Informationen

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Pressemitteilung zum Produktionsstart bei Tesla am 22.03.22

WASSERTAFEL BERLIN-BRANDENBURG: TESLA -PRODUKTIONSSTART AM WELTWASSERTAG - DER KAMPF UMS WASSER HAT BEGONNEN

Pressemitteilung, 22.3.2022

 
"UNSER WASSER FÜR TESLA? -Trinkwasser ist ein Menschenrecht!" AmWeltwassertag ist Produktionsbeginn in der Tesla-Factory Grünheide. Elon Musk ist dazu eigens aus den USA eingeflogen. Hoher Besuch hat sich zur Party angesagt: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) haben sich angekündigt, um die vermeintliche Mobilitätswende zu feiern. Gleichzeitig drohen Wasser-Rationierungen für die Bevölkerung. Deshalb werden Aktive der Wassertafel Berlin-Brandenburg und des Berliner Wassertischs am 22.3. vor den Toren des Werkes mit einer Aktion und vielfältigen Statements präsent sein.

Dr. Heidemarie Schroeder, Umweltaktivistin aus Grünheide und vom Verein für Natur und Landschaft in Brandenburg (VLNB) betont:

"In der südöstlichen Region Brandenburgs ist es staubtrocken - es hat wieder einmal seit vielen Wochen nicht geregnet. Die offizielle Eröffnung des Teslawerkes, zu der die komplette Politprominenz von Bund und Land erwartet wird, ist also kein Tag zum Feiern, sondern ein Tag zu scharfem Protest. Keines der Probleme um das Wasser, wie die mangelnde Grundwasserneubildung und die Gefährdung von Wasserschutzgebieten, Spree und Müggelsee, ist auch nur im Ansatz gelöst. Hinzu kommt die Energiefrage: Wir dürfen alternative Energien nicht für schwere schnelle E-Autos verschwenden, wenn Öl- und Gasimporte reduziert werden müssen. Nicht hochgerüstete Tesla-Autos sind das Gebot der Stunde, sondern Sparsamkeit und eine echte Verkehrswende."

Vor diesem Hintergrund nimmt Pressesprecherin und Gemeinwohl-Aktivistin Ulrike von Wiesenau Stellung:

"Ohne finale Baugenehmigung, ohne fundierte Standortprüfung, wurde mit "Zulassungen vorzeitigen Beginns" ein Milliardenprojekt in den märkischen Sand gesetzt. Doch zentrale Fragen bleiben ungelöst. Der Produktionsstart von Elon Musks Gigafactory kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Kampf ums Wasser in einer der trockensten Regionen Deutschlands gerade erst begonnen hat. Die öffentliche Wasserversorgung muss in jedem Falle Vorrang vor der Belieferung eines Industriegiganten haben. Es ist an der Zeit, auch von Tesla Nachhaltigkeit der Nutzung, Schutz der Ressource und Transparenz einzufordern."

Pressekontakt: Ulrike von Wiesenau +49(0) 1573-4077795 |  presse@wassertafel.org
Die Wassertafel Berlin-Brandenburg vereint Wasseraktive, Naturschutzverbände, aber auch ausgewiesene ExpertInnen wie z.B. Geologen, Limnologen und Ökologen. www.wassertafel.org

Aufruf zur Demonstration am Weltwassertag

Die Bürgerinitiative Grünheide und der Verein für Natur und Landschaft in Brandenburg e. V. rufen n Zusammenarbeit mit dem Berliner Wassertisch und der Wassertafel Berlin-Brandenburg zur Demonstration auf:
Wann: 22.03.2022 um 12.00 Uhr
Wo: Treffpunkt ist der Bahnhof Fangschleuse
„Unser Grundwasser: der unsichtbare Schatz“ ist das Motto zum diesjährigen Weltwassertag!
Der Kampf um unser aller Wasser hat längst begonnen. Durch die Ansiedlung von Tesla ist das Grundwasser nicht nur in der Region, sondern auch für große Teile Berlins gefährdet, denn Wasser kennt keine Landesgrenzen. Zudem werden die Spree und der Müggelsee bedroht, wenn Abwasser dort eingeleitet werden.
Elon Musk hat um diese Tage herum seine Eröffnungsparty geplant, nachdem die Brandenburger Regierung ihm nun doch die endgültige Genehmigung gab. Und das, obwohl per Gerichtsentscheid die Wasserfrage für ihn und die ganze Region noch nicht geklärt ist.
Schon jetzt herrscht in unserer Region dramatische Trockenheit.
Wir rufen Euch daher anlässlich des Weltwassertages zur Demo auf!
Kommt zur Demo und verbreitet diesen Aufruf! Bringt leere Wassereimer und Kochlöffel mit.
Die Route führt entlang der L23 bis zum Kreisel und dann über die Kiefernstraße zum Tor 1 des Tesla Geländes.
V.i.S.d.P. Verein für Natur und Landschaft in Brandenburg e. V. (Kontakt@vnlb.de)


TESLA - PRODUKTIONSSTART AM WELTWASSERTAG - DER KAMPF UMS WASSER HAT BEGONNEN

Pressemitteilung, 22.3.2022

"UNSER WASSER FÜR TESLA? -Trinkwasser ist ein Menschenrecht!" Am Weltwassertag ist Produktionsbeginn in der Tesla-Factory Grünheide. Elon Musk ist dazu eigens aus den USA eingeflogen. Hoher Besuch hat sich zur Party angesagt: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) haben sich angekündigt, um die vermeintliche Mobilitätswende zu feiern. Gleichzeitig drohen Wasser-Rationierungen für die Bevölkerung. Deshalb werden Aktive der Wassertafel Berlin-Brandenburg und des Berliner Wassertischs am 22.3. vor den Toren des Werkes mit einer Aktion und vielfältigen Statements präsent sein.

Dr. Heidemarie Schroeder, Umweltaktivistin aus Grünheide und vom Verein für Natur und Landschaft in Brandenburg (VLNB) betont:

"In der südöstlichen Region Brandenburgs ist es staubtrocken - es hat wieder einmal seit vielen Wochen nicht geregnet. Die offizielle Eröffnung des Teslawerkes, zu der die komplette Politprominenz von Bund und Land erwartet wird, ist also kein Tag zum Feiern, sondern ein Tag zu scharfem Protest. Keines der Probleme um das Wasser, wie die mangelnde Grundwasserneubildung und die Gefährdung von Wasserschutzgebieten, Spree und Müggelsee, ist auch nur im Ansatz gelöst. Hinzu kommt die Energiefrage: Wir dürfen alternative Energien nicht für schwere schnelle E-Autos verschwenden, wenn Öl- und Gasimporte reduziert werden müssen. Nicht hochgerüstete Tesla-Autos sind das Gebot der Stunde, sondern Sparsamkeit und eine echte Verkehrswende."

Vor diesem Hintergrund nimmt Pressesprecherin und Gemeinwohl-Aktivistin Ulrike von Wiesenau Stellung:

"Ohne finale Baugenehmigung, ohne fundierte Standortprüfung, wurde mit "Zulassungen vorzeitigen Beginns" ein Milliardenprojekt in den märkischen Sand gesetzt. Doch zentrale Fragen bleiben ungelöst. Der Produktionsstart von Elon Musks Gigafactory kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Kampf ums Wasser in einer der trockensten Regionen Deutschlands gerade erst begonnen hat. Die öffentliche Wasserversorgung muss in jedem Falle Vorrang vor der Belieferung eines Industriegiganten haben. Es ist an der Zeit, auch von Tesla Nachhaltigkeit der Nutzung, Schutz der Ressource und Transparenz einzufordern."

Pressekontakt: Ulrike von Wiesenau +49(0) 1573-4077795 | presse@wassertafel.org

Pressekontakt: Ulrike von Wiesenau +49(0) 1573-4077795 | presse@wassertafel.org

Die Wassertafel Berlin-Brandenburg vereint Wasseraktive, Naturschutzverbände, aber auch ausgewiesene ExpertInnen wie z.B. Geologen, Limnologen und Ökologen. www.wassertafel.org


Sitzung des Wasserverbandes Strausberg - Erkner

Im Streit um das Wasser im Berliner Südosten zieht immer wieder der Wasserverband Strausberg – Erkner die Aufmerksamkeit auf sich, denn er hat zu gewährleisten, dass den Konsumenten das Wasser besonders in den Sommermonaten nicht ausgeht. Bereits im Oktober 2019 nannte der WSE das Versagen von Neuerschliessungen für Gewerbe und Industrie als Möglichkeit, um der zunehmenden Diskrepanz zwischen Wasserdargebot und Wasserbedarf Herr zu werden. Seine Mahnungen vor Wassermangel wiederholt der Verbandschef seitdem beharrlich, was ihm Maulkorbverordnungen seitens der Politik und selbst Hasskampagnen im Internet eingebracht hat. Veränderungen in der Region  geben den Cassandrarufen des Vorstandschefs jedoch Recht: Ein Austrocknen von Seen, die Umkehr der Fliessrichtung der Spree und Trockenheitsschäden grosser Teile der Vegetation sind unverkennbare Zeichen des zunehmenden Wassermangels. Der nach den Dürrejahren 2018 ff auch in diesem Jahr fehlende Niederschlag ist ein erneutes Alarmsignal.

Das Landesamt für Umwelt jedoch sieht diese Alarmsignale und teilt die Sorgen des Wasserverbandes nicht und hat die Ansiedlung des Wassergrossverbrauchers Tesla genehmigt. Die Landesregierung hofft sogar auf weitere  Ausbaustufen des Werks wie auch den Nachzug von Gewerbe und Industrie, die alle weitere Wasserbedarfe anmelden werden. Auch das Verwaltungsgericht Frankfurt/Oder prognostiziert erstaunlicher Weise: „Das vorhandene Grundwasserdargebot ist auch langfristig ausreichend, um die Bevölkerung und Industrieansiedlungen zu versorgen.“

Politik, Behörden und Justiz befördern so einen zunehmenden Wassermangel in einer der trockensten Regionen Deutschlands und agieren damit als Katalysator einer Umweltzerstörung, die sie eigentlich zu  verhindern suchen sollten.

 

Die Wassertafel Berlin – Brandenburg nutzte die ausserordentliche Sitzung des WSE, um darauf hinzuweisen, dass eine reine Genehmigungen von Mehrförderung von Wasser für den Wasserverband nur zu einem weiter sinkenden Grundwasserspiegel führen wird und damit zu einer Beschleunigung des bereits in Gang gesetzten Teufelskreislaufs von Mehrverbrauch, Austrocknung von Böden und Absterben der Vegetation und sinkender Grundwasserneubildung.


Pressemitteilung des Verwaltungsgerichtes Frankfurt/Oder zum Urteil im Verfahren über Klage gegen die wasserrechtliche Bewilligung für die Wasserfassung „Wasserwerk Eggersdorf“

https://vg-frankfurt-oder.brandenburg.de/

 

„Es wird festgestellt, dass die dem Beigeladenen von dem Beklagten erteilte wasserrechtliche Bewilligung vom 28. Februar 2020 rechtswidrig und nicht vollziehbar ist.

Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.“

„Der festgestellte Fehler führt nicht zur Aufhebung der Bewilligung, sondern lediglich zur Feststellung der Rechtswidrigkeit. Denn sie betreffen kein zwingendes Planungshindernis; es besteht die konkrete Möglichkeit, dass sie in einem ergänzenden Verfahren nachgeholt und behoben werden können, ohne die Gesamtplanung infrage zu stellen.“

„Die wasserrechtliche Bewilligung ist in materieller Hinsicht ebenfalls nicht zu beanstanden. Mit Blick auf die bewilligte Entnahmemenge besteht keine Diskrepanz zwischen Grundwasserentnahme und -neubildung. Das vorhandene Grundwasserdargebot ist auch langfristig ausreichend, um die Bevölkerung und Industrieansiedlungen zu versorgen.“


04.03.22: Finale Genehmigung für Tesla? -  Nicht nur vor Gericht geht der Kampf ums Wasser weiter

WASSERTAFEL Berlin-Brandenburg:  Finale Genehmigung für Tesla? -  Nicht nur vor Gericht geht der Kampf ums Wasser weiter

Pressemitteilung vom 04.03. 2022

Am 4.3. wird der US-amerikanische Elektroautoproduzent Tesla aller Voraussicht nach die finale Genehmigung des Baus der Gigafactory Grünheide durch das Landesumweltamt erhalten. Für den Freitagnachmittag jedenfalls hat die brandenburgische Landesregierung zu einer Pressekonferenz zum Abschluss des Genehmigungsverfahrens eingeladen. Am selben Tag wird vor dem Verwaltungsgericht Frankfurt/Oder eine Klage der Umweltverbände Grüne Liga und NABU gegen eine Genehmigung des Landesamt für Umwelt (LMU) zur Wasserentnahme durch den ortsansässigen Wasserverband verhandelt. Diese Genehmigung steht zeitlich (November 2019) und inhaltlich in direktem Zusammenhang mit der Ansiedlung des Werkes. Der Wasserverband Strausberg-Erkner betont seine Befürchtung, nicht ausreichend Wasser liefern zu können. Wasser sei kein Produktionsmittel wie jedes andere, das beliebig erzeugt werden könne.

 
 
Dr. Heidemarie Schroeder, Umweltaktivistin aus Grünheide und vom Verein für Natur und Landschaft in Brandenburg (VLNB) betont:
 
"Auch eine Unterstützung des Umweltamtes durch das Verwaltungsgericht wird die Wasserknappheit in der Region nicht beseitigen können. In Grünheide hätte kein einziger Baum gefällt und kein Stein gesetzt werden dürfen, wie es mit den Zulassungen des vorzeitigen Baubeginns erfolgt ist."

 

Vor diesem Hintergrund nimmt Pressesprecherin Ulrike von Wiesenau Stellung:

"Es handelt sich um den Abschluss eines der undurchsichtigsten Genehmigungsverfahren. Die finale Absegnung aller "Zulassungen vorzeitigen Beginns" soll jetzt Rechtssicherheit schaffen. Wie das Gericht auch entscheidet: Verhindert werden muss vor allem die Einleitung von Abwasser aus dem geplanten Klärwerk an der Müggelspree und damit eine Gefährdung des Reinwasserspeichers Müggelsee und somit des Trinkwassers. Zentral ist dabei die Überwachung des Grundwasserzustands durch unabhängige SpezialistInnen. Aufgrund der überregionalen Auswirkungen des geplanten Vorhabens fordern wir die Durchführung eines Raumordnungsverfahrens, das für alle länderübergreifenden Aspekte die jeweils zuständigen Behörden und Träger öffentlicher Belange des Landes Berlin einbezieht. Die Politik muss endlich ihrer Verantwortung gerecht werden und in den Dialog mit sachkundigen Verbänden, unabhängigen ExpertInnen und Initiativen eintreten."

Die Wassertafel Berlin-Brandenburg hatte die Berliner Regierung im Dezember in einem Offenen Brief zu einem Fachgespräch eingeladen, um diese Fragen umfassend anzugehen.
 
Pressekontakt: Ulrike von Wiesenau +49(0) 1573-4077795 |  presse@wassertafel.org

FINALE GENEHMIGUNG FÜR TESLA? – NICHT NUR VOR GERICHT GEHT DER KAMPF UMS WASSER WEITER

Pressemitteilung, 4.3. 2022

Am 4.3. wird der US-amerikanische Elektroautoproduzent Tesla aller Voraussicht nach die finale Genehmigung des Baus der Gigafactory Grünheide durch das Landesumweltamt erhalten. Für den Freitagnachmittag jedenfalls hat die brandenburgische Landesregierung zu einer Pressekonferenz zum Abschluss des Genehmigungsverfahrens eingeladen. Am selben Tag wird vor dem Verwaltungsgericht Frankfurt/Oder eine Klage der Umweltverbände Grüne Liga und NABU gegen eine Genehmigung des Landesamt für Umwelt (LMU) zur Wasserentnahme durch den ortsansässigen Wasserverband verhandelt. Diese Genehmigung steht zeitlich (November 2019) und inhaltlich in direktem Zusammenhang mit der Ansiedlung des Werkes. Der Wasserverband Strausberg-Erkner betont seine Befürchtung, nicht ausreichend Wasser liefern zu können. Wasser sei kein Produktionsmittel wie jedes andere, das beliebig erzeugt werden könne.

Dr. Heidemarie Schroeder, Umweltaktivistin aus Grünheide und vom Verein für Natur und Landschaft in Brandenburg (VLNB) betont:

Auch eine Unterstützung des Umweltamtes durch das Verwaltungsgericht wird die Wasserknappheit in der Region nicht beseitigen können. In Grünheide hätte kein einziger Baum gefällt und kein Stein gesetzt werden dürfen, wie es mit den Zulassungen des vorzeitigen Baubeginns erfolgt ist.“

Vor diesem Hintergrund nimmt Pressesprecherin Ulrike von Wiesenau Stellung:

„Es handelt sich um den Abschluss eines der undurchsichtigsten Genehmigungsverfahren. Die finale Absegnung aller „Zulassungen vorzeitigen Beginns“ soll jetzt Rechtssicherheit schaffen. Wie das Gericht auch entscheidet: Verhindert werden muss vor allem die Einleitung von Abwasser aus dem geplanten Klärwerk an der Müggelspree und damit eine Gefährdung des Reinwasserspeichers Müggelsee und somit des Trinkwassers. Zentral ist dabei die Überwachung des Grundwasserzustands durch unabhängige SpezialistInnen. Aufgrund der überregionalen Auswirkungen des geplanten Vorhabens fordern wir die Durchführung eines Raumordnungsverfahrens, das für alle länderübergreifenden Aspekte die jeweils zuständigen Behörden und Träger öffentlicher Belange des Landes Berlin einbezieht. Die Politik muss endlich ihrer Verantwortung gerecht werden und in den Dialog mit sachkundigen Verbänden, unabhängigen ExpertInnen und Initiativen eintreten.“

Die Wassertafel Berlin-Brandenburg hatte die Berliner Regierung im Dezember in einem Offenen Brief zu einem Fachgespräch eingeladen, um diese Fragen umfassend anzugehen.

Pressekontakt: Ulrike von Wiesenau +49(0) 1573-4077795 | presse@wassertafel.org