Die Wassertafel freut sich und gratuliert!

Mitgliedern der Wassertafel Berlin-Brandenburg wird oft vorgeworfen, sie würden nur um jeden Tümpel und um jeden Bach kämpfen, weil sie technikfeindliche Fortschrittsverweigerer seien. Es ist jedoch das Gegenteil der Fall! Wir sind geradezu begeistert, wenn es durch technischen Fortschritt gelingt, möglichst wenig Wasser und Energie zu vergeuden. Mit den Argumenten des dringenden Bedarfs an industriellen Arbeitsplätzen oder an Wohnraum wurde und wird jedoch bis heute in Genehmigungsverfahren auf die Forderung nach einer Kreislaufwirtschaft meist verzichtet. Die Industrieansiedlungen sollen superschnell entstehen, der Wohnraum billig sein – Umweltschutz ist da nur hinderlich. Die Wassertafel prangert diesen Missstand an, besonders, wenn es sich um sehr grosse und prestigeträchtige Projekte handelt.  

Der Ingenieur Erwin Nolde verwirklicht mit seiner Firma „innovative Wasserkonzepte GmbH“ die Vision, die das Kreislaufwirtschaftgesetz beschreibt: Abwasser und Abwärme sollen 1. vermieden, 2. vermindert und 3. recycelt werden, also nicht wie „Abfall“ behandelt und lediglich entsorgt werden.  Er ist somit einer der Umweltaktivisten, die Umweltschutz nicht nur fordern, sondern ganz praktisch durch ihre Arbeit Wirklichkeit werden lassen – wenn man sie denn lässt. 

Für die Umsetzung des Wasserrecyclingkonzeptes mit integrierter Wärmerückgewinnung beim Neubau eines Studentenwohnheims mit 399 Appartments in Berlin Pankow erhielt die „Nolde-innovative Wasserkonzepte GmbH“ zusammen mit anderen Beteiligten Ende des Jahres 2022 gleich zwei sehr renommierte Preise: den Aqua Award 2022, der jährlich für herausragende Leistungen in der Wasserbranche verliehen wird und den TGA (Technische GebäudeAusrüstung) AWARD 2022, der von der Fachzeitschrift „Moderne Gebäudetechnik“ vergeben wird. Die Grauwasserrecyclinganlage erlaubt es, pro Jahr 5.000.000 Liter Trinkwasser einzusparen. 

Wir freuen uns sehr über diese wegweisenden Leistungen von Erwin Noldes Team wie auch die Würdigung, die sie erfahren haben und gratulieren herzlich! Das Beispiel zeigt, dass Sparen und Wiederverwenden möglich sind, wenn sie denn gewollt sind und von Anfang an in die Planung einbezogen werden. Das KreislaufwirtschaftsGESETZ, welches Sparen und Wiederverwenden fordert, gibt es bereits seit 2012. 

Fotos: 

Beitragsfoto – die Technik der Grauwasserercyclinganlage inkl. Wärmerückgewinnung in dem Studentenwohnheim in Berlin-Pankow

Abgebildetes Gebäude – das Studentenwohnheim in der Selma-Lagerlöf-Straße in Berlin-Pankow

Begrünter Innenhof des Firmensitzes – hier werden täglich alle Toiletten und bei Bedarf auch die Pflanzen mit Betriebswasser versorgt

Porträtfoto – Erwin Nolde im Innenhof des Firmengebäudes, wo selbst bei grösster Sommerhitze  ein angenehmes Klima herrscht



Aufruf in Grünheide: KEIN BAUM MEHR FÜR TESLA!

Die Wassertafel Berlin-Brandenburg hatte gemeinsam mit der Bürgerinitiative Grünheide zum 03.12.2022 zu einer Kundgebung gegen weitere Landnahmepläne Teslas auf den Grünheider Marktplatz gerufen. Tesla beabsichtigt sein Gelände um 100 ha Wald, welcher teilweise  im Landschafts- und Wasserschutzgebiet liegt, zu erweitern. Umweltminister Axel Vogel wies auf einer Sitzung des MLUK (Ministerium für Umwelt und Klima) darauf hin, dass die Umwandlung von unter Landschaftsschutz stehendem Wald in eine andere Nutzungsart gar nicht so einfach sei und gab Tesla den „Tipp“, doch die Idee eines Güterbahnhofs dort zu verwirklichen, denn den Lieferverkehr auf Bahnschienen verlegen zu wollen, sei gewiss ein ausreichendes Kahlschlagargument für Bäume, selbst wenn sie eigentlich streng geschützt seien. Es geht also in der „Zusammenarbeit“ von Tesla, Behörden und Politik weiter wie bisher: Die Naturzerstörung wird per Salamitaktik betrieben und die Grünheider werden sich des Verlustes ihrer „von Seen und Wäldern geprägten Heimat“ (O-Ton Bürgermeister Christiani) erst bewusst werden, wenn der letzte Baum gerodet und der letzte See ausgetrocknet sein wird. Dementsprechend fand auch der B-Plan, der die Voraussetzung für das erneute Waldopfer bildet, nur fünf Tage später mit einer 2/3-Mehrheit die Zustimmung der Grünheider  Gemeindevertreter. 

 

       

Hier das Medienecho zu unserer Aktion:

https://www.moz.de/lokales/erkner/protest-in-gruenheide-_kein-baum-mehr-fuer-tesla_-_-umweltverbaende-bei-demonstration-gegen-gigafactory-67961595.html

https://www.berliner-zeitung.de/news/200-menschen-protestieren-gegen-erweiterung-der-tesla-fabrik-li.293761

https://www.tag24.de/nachrichten/regionales/brandenburg/demo-in-gruenheide-protest-gegen-erweiterung-der-tesla-fabrik-2681480

https://www.bz-berlin.de/brandenburg/protest-gegen-ausbau-der-tesla-fabrik-in-gruenheide

 

Fotos unten: Ein Teilstück des Teslaareals heute, im Dezember 2022, und vor 3 Jahren (Aufnahme vom 15.12.2019), als der Kiefernwald durch Unterpflanzungen mit Laubbäumen zum Mischwald umgewandelt werden sollte.



Die Wassertafel unterwegs ...

Am 15.11.22 war die Wassertafel Berlin-Brandenburg unterwegs, um sich Vorbereitungen für eine Wassermehrförderung in Hohenbinde und den erneuten Kahlschlag Teslas in Freienbrink anzuschauen. Tesla, so hört man, will erweitern,  und der Wasserverband Strausberg-Erkner muss das Wasser dafür liefern. Nach eigenen Angaben sieht sich der WSE „gezwungen“, seine Förderung im gesamten Gebiet von jetzt 10,7 Mio m3 p.a. auf 18,2 m3 zu erhöhen, um „eine an Einwohnern wachsende Region zu versorgen und gleichzeitig die wasserintensive Industrie wie die Autoproduktion von Tesla in Grünheide abzusichern“ (MOZ vom 08.11.22, link siehe unten).  Die Wasserfassung Hohenbinder Strasse soll zur Deckung des Mehrbedarfs mit knapp 3 Mio m3 Mehrförderung p.a. beitragen. 

Um diese Pläne global und lokal einzuordnen, muss man sich folgende Zusammenhänge vor Augen führen: 

Globale Zusammenhänge: Wird Wald abgeholzt, verdunstet weniger Wasser, d.h. es wird der Atmosphäre vorenthalten. Enthält die Atmosphäre weniger Wasser, kann anderenorts kein Niederschlag fallen. Wird gleichzeitig mehr Grundwasser entnommen, als neu gebildet wird , beschleunigt beides, die geringeren Niederschläge (Grundwasserneubildung) und die erhöhte Entnahme den Teufelskreislauf, der das Süsswasserreservoir, das uns auf unserem Planeten zu Verfügung steht, immer rasanter schrumpfen lässt. Der fast zynische (wenn nicht erschreckend kurzsichtige) Kommentar des Landesumweltamtes gegenüber der Märkischen Oderzeitung dazu lautet: Da auf dem jetzigen Tesla-Gelände kein Wald mehr für Verdunstung sorge, sondern Regenwasser von der versiegelten Fläche ins Grundwasser laufe, erhöhe sich die Grundwasserneubildung gegenüber dem Ausgangszustand sogar“

Lokale Zusammenhänge: Werden im Hohenbinder Brunnen künftig anstelle der bisherigen 2,190 Mio m3 p.a. 5,037 m3 p.a. entnommen, weitet sich dessen unterirdisches Einzugsgebiet aus. Wasser strömt damit sowohl von der mit  Schadstoffen belasteten Spree als auch von der Autobahn und dem Tesla-Betriebsgelände nach. Man darf fragen, was es für die Qualität des bisher ausgezeichneten Hohenbinder Wassers künftig bedeutet, wenn es bei Tesla schon jetzt viermal gebrannt hat, wenn die Regenversickerung auf dem Gelände noch immer unkontrolliert und hochriskant abläuft, wenn in einem Aussenlager im schon jetzigen, nicht erweiterten, Wasserschutzgebiet hochgiftiges Pulver austreten konnte? Bisher gehen die primär am Hier und Heute interessierten Zuständigen davon aus, dass derartige Schadstoffaustritte sich wegen der langsamen Fliessgeschwindigkeit in Hohenbinde erst nach 10-15 Jahren bemerkbar machen und dass die „Pufferkräfte der Natur“ das Leck im Wasserhaushalt, das sie rücksichtslos reissen, schon wieder schliessen werden. Eine Verdopplung der Wasserentnahme in Hohenbinde führt jedoch nicht nur zu einer Vergrösserung des Einzugsgebietes, sondern auch zu einer Beschleunigung der Fliessrate. Die extreme Trockenheit und übergrosse Hitze der letzten Jahre lassen die „Pufferkräfte der Natur“ schwinden. Die durch rücksichtsloses Verhalten erzeugten Schäden werden sich somit so schnell einstellen, dass wir alle noch „etwas davon haben“ werden. Die Verantwortlichen in Politik und Behörden können sich also schon einmal Antworten zurecht legen, wenn wir sie dann um Stellungnahmen bitten werden.     

Titelbild: Probebohrungen in Hohenbinde

Fotos unten: erneute 70 ha Entwaldung auf Teslagelände 

Der gesamte Artikel der MOZ vom 08.11.2022 ist zu finden, wenn man folgenden link in seine Suchmaschine eingibt (kostenpflichtig): 

https://www.moz.de/lokales/erkner/wasser-in-erkner-zwischen-tesla-gigafactory-und-der-stadt-erkner-soll-mehr-trinkwasser-gefoerdert-werden-67003571.htlm


Die Wassertafel hakt nach ...

Am 25.08.2022 überreichte die Wassertafel Berlin-Brandenburg anlässlich einer Begehung des Teslageländes leitenden Teslamitarbeitern einen Offenen Brief (siehe unten). Da wir auf diesen Brief von Tesla bisher keine Antwort erhalten haben, hakten wir heute, nach knapp einem Viertel Jahr, bei der Mitarbeiterin Teslas für Öffentlichkeitsarbeit Frau Mehnert nach:

 

Sehr geehrte Frau Mehnert,

am 25.08.2022 hatten wir, die Wassertafel Berlin-Brandenburg (www.wassertafel.org), zusammen mit Vertretern anderer Bürgerinitiativen und von Naturschutzverbänden die Gelegenheit, den Aussenbereich des Tesla-Geländes zu betreten, zu inspizieren und Tesla-Mitarbeitern Fragen zu stellen. Da uns klar war, dass es bei einem ca 2-stündigen Treffen nicht möglich sein würde, auch nur annähernd eine Antwort auf die komplexen Fragen und Forderungen zu erhalten, die die Wassertafel Berlin-Brandenburg Tesla gegenüber hat, überreichten wir Ihrer Kollegin Frau Sperber, die hauptsächlich die Erläuterungen gab und Herrn Alexander Riederer als prominentem Teslavertreter einen offenen Brief (siehe Anhang). Auf diesen Brief erhielten wir bisher keine Antwort.

Frau Sperber erwähnte bei dem Treffen, dass Tesla auf dem Gelände 25 eigene Messstellen eingerichtet hätte. Zusätzlich zu den in unserem offenen Brief formulierten Fragen interessiert uns daher, um was für Messstellen es sich hier handelt. Welche Messdaten werden erhoben? Wie funktionieren die Messstellen? Wo auf dem Gelände sind sie verteilt und wie tief in den Untergrund reichen sie? Wie oft wird gemessen?

Da wir uns in der komfortablen Lage befinden, in unserer Gruppe auf die Auswertung derartiger Messdaten spezialisierte Geohydrologen zu haben und zudem auf die Hilfe einiger weiterer Spezialisten bundesweit zurückgreifen können, wäre es für uns sehr hilfreich, wenn wir hierzu nähere Kenntnis erhielten und möglichst auch Messdaten zur Verfügung gestellt bekämen. Wenn Tesla davon überzeugt ist, unserem Grundwasser keinen Schaden zuzufügen, müsste es im Interesse der Firma liegen, auch Kritiker der Ansiedlung einer Auto- und Batteriefabrik in einem Wasserschutzgebiet davon zu überzeugen.  

In der Hoffnung auf baldige und aufschlussreiche Antworten, Dr. Heidemarie Schroeder, Wassertafel Berlin-Brandenburg. 


Die Wassertafel stellt sich Fragen von Journalisten ...

Seit ihrer Gründung wird die Wassertafel Berlin-Brandenburg von Journalisten des In- und Auslandes befragt, wieso sie in Tesla einen  Gefährder für das Trinkwasser der Berliner und Brandenburger sieht. Wir klären dann darüber auf, mit welch hochtoxischen Stoffen in einer Batteriefabrik hantiert wird und wie stark diese das Grundwasser, welches sich nur sehr wenige Meter unter dem Werksgelände befindet, schädigen können. Zudem weisen wir darauf hin, dass Tesla die starken Wassermangelprobleme, die unsere Region kennzeichnen, verschärfen wird.

Heute, am 26.10.2022, waren wir mit einer Dokumentarfotografin, die u.a. für das National Public Radio*** arbeitet, im Naturschutzgebiet Löcknitztal, welches sich in unmittelbarer Nachbarschaft Teslas befindet. Das Löcknitztal bietet eine für den Nordosten Deutschlands einmalige Landschaft und stand schon vor der Wiedervereinigung Deutschlands unter strengem Naturschutz. Wir zeigten der Fotografin die gefährdeten Sümpfe und Moore und machten sie auf Bäume, besonders Birken, aufmerksam, die schon heute wegen der anhaltenden Trockenheit abgestorben sind.  

*** Die Sendung des National Public Radio, welches in den USA bekannt und geschätzt ist, ist im Internet abzurufen unter: https://www.npr.org/2022/11/03/1131695382/tesla-ev-electric-vehicles-europe-germany-drought-climate-change-factory

 

   


Oderaktivisten bleiben aktiv ...

In einer Pressemitteilung vom 12.09.2022 (IGB Policy Brief) zog das Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei relativ rasch die Lehren aus der Oderkatastrophe. Die Empfehlung, wie deren Wiederholung in neuen heissen Sommern mit erneutem Niedrigwasser verhindert werden könnte, lautete: Belastungsfaktoren reduzieren, flussbauliche Massnahmen beenden. Schaut man, ob diese Massnahmen durch die Politiker auf polnischer und deutscher Seite umgesetzt werden, ist man entsetzt: Weder soll der Ausbau der Oder gestoppt werden, noch die Grenzwerte für den Eintrag von Salzfrachten und anderen Schadstoffen verringert werden. Stattdessen wird von polnischer Seite Polemik gegen Deutschland, die EU überhaupt und auch gegen Tschechien (Beschuldigung als Einleiter) betrieben und eine Vergiftung der Algen angedacht. Die deutsche Seite hält sich aus diplomatischen Gründen mit Forderungen oder Anschuldigungen zurück. Folgerichtig lassen die Umweltaktivisten auf polnischer und deutscher Seite nicht in ihrem Bemühen nach, die Empfehlungen des IGB durchzusetzen. Zwischen ihnen gibt es auch keine Streitigkeiten,  sondern nur ein gemeinsames Interesse: Die Rettung der Oder, die zwischen ihnen kein Grenzfluss ist.

 

   


Geohydrologen unterwegs

Die Pegel der Gewässer im Berliner Umland sind in den vergangenen Jahren drastisch gesunken. Teilweise fallen Bäche und Flüsse über Monate im Jahr trocken und verlanden Seen gänzlich. Die Fachleute, die unsere Wassertafel Berlin-Brandenburg unterstützen oder die aktiv in ihr mitarbeiten, haben versucht herauszufinden, ob die fehlenden Niederschläge und eine stärkere Verdunstung durch höhere Temperaturen in den letzten Jahren -wie oft behauptet- die hauptsächlichen Ursachen für die stattfindenden Veränderungen sind oder ob anthropogene (menschgemachte)  Faktoren dabei eine Rolle spielen. Die Seen in der Region Strausberg*, von denen etliche von Verlandung bedroht sind (im Bild der Strausberger Herrensee im August 2022), haben hierfür als Untersuchungsgegenstand gedient. Folgend die Analyse der Geohydrologen, bei der fachsprachliche Ausdrücke nicht gänzlich vermieden werden konnten:

1. In der Region Strausberg mit ihren mannigfachen Seen fördert der ortsansässige  Wasserverband mittels dreier Wasserwerke Trinkwasser: in den Wasserwerken Spitzmühle, Collegenberge und Eggersdorf**. Diese drei Wasserwerke entnehmen Wasser aus dem sogenannten Hauptgrundwasserleiter, welcher jedoch über hydrogeologische Fenster im Hangendgrundwasserstauer mit dem obersten Grundwasserstockwerk Verbindung hat und somit auch mit den umliegenden Seen hydraulisch kommuniziert. Die Grundwasserentnahme erzeugt jeweils einen Absenktrichter, der sich in alle Richtungen gleichmässig ausbreitet. Das Wasser der in der Nähe befindlichen Seen fliesst notgedrungen in Richtung dieser Absenktrichter, sodass deren Wasserspiegel absinkt. Im Beispiel des Herrensees (siehe Foto oben) sind zusätzlich alle ehemals an der Geländeoberfläche befindlichen Zuflüsse versiegt (siehe Foto unten), so dass seine vollständige Austrocknung in allernächster Zukunft unvermeidlich ist. 

2. Südlich des beobachteten Herrensees ist Rüdersdorf gelegen, wo seit Jahrhunderten Kalkstein abgebaut wird. Zur Sümpfung des Tagebaus werden pro Jahr aus dem Untergrund etliche Millionen Kubikmeter Wasser entnommen, das betriebsintern genutzt wird bzw. in die Vorflut abgeleitet wird. Genaue Zahlen aus Rüdersdorf sind nicht bekannt. Dadurch und auch auf Grund der Spätfolgen des früheren Tonabbaus im Bereich von Heinickendorf und Herzfelde wird die Wassersituation des Herrensees zusätzlich belastet. Auch der in der Vergangenheit natürliche Wasserspiegel im Großen Stienitzsee ist dauerhaft um ca. 2,5 – 3 m abgesenkt. Damit einhergehend stirbt auch das zwischen Herrensee und Großem Stienitzsee gelegene ehemalige Feucht- und Moorbiotop Lange-Dammwiesen, das aktuell vollkommen auszutrocknen droht.

3. In jüngerer Vergangenheit ist nördlich des Straussees durch den Golfplatz Wilkendorf weiterer Wasserbedarf entstanden, der zusätzlich zum Bergbau und den drei genannten Wasserfassungen des Wasserverbandes Strausberg-Erkner die Wassermisere in der Region verschärft.

Fazit: Das Verschwinden der Seen wie auch von Flüssen und Bächen, das Austrocknen von Mooren und Sümpfen, der Verlust der von Wasser und Feuchtigkeit abhängigen Flora und Fauna ist im Berliner Südosten nicht unvermeidlichen Naturereignissen geschuldet, sondern beruht auch auf der Rücksichtslosigkeit und Selbstverständlichkeit, mit der die Menschen ihre Bedürfnisse nach Trinkwasser, Wasser für die Industrie oder für den Freizeitbereich befriedigen. Die Schere zwischen Wasserdargebot und Wasserbedarf klafft hier immer weiter auseinander, und Wünsche nach zunehmender „Resilienz“ von Gewässern, nach Wasser aus anderen Regionen, nach einem „Niedrigwassermanagement“ u.a.m. seitens Ministerium und Behörden erscheinen anhand der Faktenlage hilflos.  

* Neben dem Herrensee (Titelfoto) sind auch der Straussee, der Stienitzsee, der Ihlandsee, der Rothsee und die Lattseen betroffen. Einige der nordwestlich des Straussees gelegenen Seen existieren nicht mehr, ihre Zuflüsse sind versiegt. Die Bilder zeigen der Reihenfolge nach: 1. den Zufluss vom Herrensee, 2. den Pegelstand des Straussees und 3. den Straussee mit Pegel und Überlauf zum trocken liegenden Annatal – Stienitzsee (Aufnahmen 2019-2022).

** Die Genehmigung einer erhöhten Förderung des WSE durch das Wasserwerk Eggersdorf im Zusammenhang mit der Ansiedlung der Gigafactory Teslas betreffend, führen Naturschutzverbände aktuell einen Prozess. Die Verbände befürchten eine Trockenlegung der Schutzhabitate „Herrensee, Lange- Damm-Wiesen und Barnimhänge“. Die aktuellen  Inspektionen und folgende Analyse unserer Geohydrologen untermauern diese Befürchtung. 


Die Wassertafel besucht den Wasserverband Strausberg - Erkner

Am 07.09.2022  stattete die Wassertafel Berlin-Brandenburg dem Wasserverband Strausberg-Erkner einen Besuch ab, bei welchem wir die Vernutzung und Gefährdung unseres Wassers durch Grossindustrie am Beispiel Teslas thematisierten. Auch wenn uns klar war und ist, dass die Adressaten fast all unserer Fragen das Umweltministerium MLUK sowie das Landesamt für Umwelt LfU wären, baten wir um dieses Gespräch, weil der WSE sowohl über exzellente hydrologische Fachkenntnisse verfügt, als auch derjenige ist, der die Wasserprobleme letztendlich zu lösen hat, die Politik und Behörden im Zusammenhang mit der Teslaansiedlung generiert haben. Zudem wissen wir aus leidvoller Erfahrung, dass wir Ministerium und Behörden zwar all unsere Fragen stellen können, jedoch nur Antworten erhalten, die entweder auf fachliche Inkompetenz oder absichtliche Desinformation schliessen lassen. 

Aus dem Gespräch mit dem Verbandsvorstand zogen wir die folgenden Erkenntnisse: 

Wenn der WSE auch einen limitierten Wasserversorgungsvertrag mit Tesla geschlossen hat und privaten Neukunden (ab 2025 auch Altkunden) nur begrenzte Wassermengen zur Verfügung stellen will, stellt seine infolge des Klimawandels schon in der Vergangenheit verstärkte Nicht-Nachhaltigkeit der Wasserförderung einen Fakt dar. Besonders in seinen nördlichen Wasserwerken überschreitet die Wasserförderung die Grundwasserneubildung seit Jahren um das 3-4-fache. Die deutlich sichtbare Folge der Überforderung  der Natur sind absterbende Wälder sowie austrocknende Seen und Flüsse. 

Gleiche Sorge wie die Wasserknappheit erzeugten in unserer Wassertafel die Aussagen des WSE-Vorstandes zur Abwasserentsorgung. Das von ihm favorisierte Modell sieht ein neues Klärwerk mit einer Ableitung des Abwassers in die Müggelspree und den Müggelsee vor. Es ist unstrittig, dass selbst ein hochmodernes Klärwerk, wie es sich der WSE durch das Land finanziert wünscht, Schadstoffe in Spree und Müggelsee einleiten würde. Nicht nur lässt hier aufmerken, dass Tesla sich in sein firmenübliches Schweigen hüllt, was spezielle Auskünfte zu Schadstoffen betrifft (z.B. Benzotriazol), sondern muss mit höchster Sorge erfüllen, dass die Berliner Wasserwerke einen Grossteil ihres Trinkwassers für den Ostteil der Stadt aus Spree und Müggelsee gewinnen. 

Die Wassertafel Berlin-Brandenburg betont: Trinkwasser seitens des Umweltministeriums als ein „übliches Produktionsmittel“ anzusehen, mit welchem der Wasserverband Strausberg – Erkner Tesla samt weiterer Ausbaustufen und Folgeindustrie auszustatten habe, ist eine Betrachtungsweise, die die Wasserknappheit nicht lösen sondern verschärfen wird. Der WSE wird  -wie bei knappen Gütern üblich- über den Preis versuchen, der Problematik Wasser/Abwasser Herr zu werden. Forcierte er die Wasserförderung  aufgrund des politischen Drucks  weiter, würde er letztendlich den Ast absägen, auf dem er sitzt. Trinkwasser lässt sich nicht unendlich „produzieren“ und Reinwasserspeicher nicht unendlich verunreinigen, ohne dass Quantität und Qualität des Trinkwassers der Berliner und Brandenburger Bevölkerung massiv beeinträchtigt würden.   


Unterschriftensammlung für Petition

Der Autofabrikant Tesla hat im Südosten Berlins für den Bau seiner Gigafabrik hunderte Hektar Wald fällen lassen. Das ganze Ausmass des Waldfrevels wird deutlich, wenn man das Areal überfliegt. Gegnern der Gigafactory ist unklar, warum für den angeblichen Klimaretter E-Auto ein riesiges Loch in „Berlins grüne Lunge“ gerissen werden musste. Im Gegensatz zu der in einer Endlosschleife wiederholten Behauptung, dass es sich bei dem Areal um einen „Kiefernstangenwald“ handelt, stehen die Artenprotokolle, die Naturschützer angefertigt haben (siehe angefügte Tabelle). 

Momentan beansprucht Tesla weitere 170 ha Wald, in welchem unter anderem Methusalemkiefern stehen und in dem seit 30 Jahren ein Umbau zum Mischwald erfolgt. Unter https://innn.it/KeineTeslaerweiterung könnt Ihr mit Eurer Unterschrift zum Erhalt dieses Waldes beitragen. 

Artenliste: 

Waldbegehung der Waldfläche für die vorgesehene Teslaerweiterung

Deutscher Name Wissenschaftlicher Name FFH-Art Rote Liste Deutschland Rote Liste Brandenburg
Tierarten (gesichtet am 07.05.2022)
Rote Waldameise (3 Haufen) Formica rufa V
Feldhase Lepus europaeus 3 2
Zauneidechse Lacerta agilis IV 3 3
Ringelnatter Natrix natrix 3 3
2 Ringeltauben Columba palumbus
Zitronenfalter Gonepteryx rhamni
2 Blindschleichen Anguis fragilis
Verholzte Pflanzenarten (gesichtet am 07.05.2022)
Flatter-Ulme Ulmus laevis V
Alpen-Johannisbeere Ribes alpinum D
Kreuzdorn Rhamnus cathartica V
Wacholder  Juniperus communis V 3
Winter-Linde Tilia cordata D
Wild-Apfel Malus sylvestris G
Sommer-Linde Tilia platyphyllos D
Berberitze Berberis vulgaris D
Pfaffenhütchen Euonymus europaeus
Gemeiner Flieder Syringa vulgaris
Rot-Buche Fagus sylvatica
Spitz-Ahorn Acer platanoides
Douglasie Pseudotsuga menziesii
Schwarzer Holunder Sambucus nigra
Gemeine Hainbuche Carpinus betulus
Robinie Robinia pseudoacacia
Gemeine Birke Betula pendula
Stiel-Eiche Quercus robur
Schneebeere Symphoricarpus albus
Spätblühende Traubenkirsche Prunus serotina
Brombeere Rubus spec.
Himbeere Rubus idaeus
Gemeine Kiefer  (auch Methusalem-Kiefern im Gebiet) Pinus sylvestris
Eberesche Sorbus aucuparia
Salweide Salix caprea
Eingriffliger Weißdorn Crataegus monogyna
Besen-Heide Calluna vulgaris
Efeu Hedera helix
Europäische Lärche Larix decidua
Faulbaum Rhamnus frangula
Rot-Eiche Quercus rubra
Blut-Buche Fagus sylvatica f. purpurea
Besenginster Cytisus scoparius
Fiederspiere Sorbaria sorbifolia
Kirschpflaume Prunus cerasifera
Balsam-Pappeln Populus balsamifera
Rote Johannisbeere Ribes rubrum
Wild-Birne Pyrus pyraster
Feuerdorn Pyracantha coccinea
Schlehe Prunus spinosa
Wilder Hopfen Humulus lupulus
Blut-Johannisbeere Ribes sanguineum
Gewöhnliche Rosskastanie Aesculus hippocastanum
Nichtholzige Pflanzenarten (gesichtet am 07.05.2022)
Buschwindröschen Anemone nemorosa
Maiglöckchen Convallaria majalis
Adlerfarn Pteridium aquilinum
Genfer Günsel Ajuga genevensis V V
Astlose Graslilie Anthericum liliago V 3
Gemeine Akelei Aquilegia vulgaris V
Margarite Leucanthemum vulgare G
Bärenschote Astragalus glycyphyllos
Gold-Hahnenfuß Ranunculus auricomus 3
Knoblauchsrauke Alliaria petiolata
Echte Nelkenwurz Geum urbanum
Große Brennnessel Urtica dioica
Löwenzahn Taraxacum spec.
Kanadische Goldrute Solidago canadensis
Sauerampfer Rumex acetosa
Gewöhnliche Vogelmiere Stellaria media
Breit-Wegerich Plantago major
Wiesen-Labkraut Galium mollugo
Gamander-Ehrenpreis Veronica chamaedrys
Stinkender Storchschnabel Geranium robertianum
Wald-Moose (diverse)
Draht-Schmiele Deschampsia flexuosa
Kompass-Lattich Lactuca serriola
Rasenschmiele Deschampsia cespitosa
Zypressen-Wolfsmilch Euphorbia cyparissias
Heidelbeere Vaccinium myrtillus
Preiselbeere Vaccinium vitis-idaea
Hain-Veilchen Viola riviniana
Gewöhnliches Greiskraut Senecio vulgaris
Gewöhnliches Seifenkraut Saponaria officinalis
Schmalblättrige Wicke Vicia angustifolia
Kriechender Günsel Ajuga reptans
Echtes Johanniskraut Hypericum perforatum
Wald-Erdbeere Fragaria vesca
Gewöhnliches Ruchgras Anthoxanthum odoratum
Sand-Schaumkresse Arabidopsis arenosa
Rainfarn Tanacetum vulgare
Gewöhnliche Königskerze Verbascum phlomoides
Mausohr-Habichtskraut Hieracium pilosella
Knotige Braunwurz Scrophularia nodosa
Mauerpfeffer Sedum acre
Blutwurz Potentilla erecta
Gemeine Ochsenzunge Anchusa officinalis
Weißklee Trifolium repens
Spitzwegerich Plantago lanceolata
Nordisches Labkraut Galium boreale
Große Klette Arctium lappa
Gänseblümchen Bellis perennis
Feld-Klee Trifolium campestre
Alexandriner-Klee Trifolium alexandrinum
Gewöhnliche Kratzdistel Cirsium vulgare
Gemeiner Beifuß Artemisia vulgaris
Gewöhnliches Ferkelkraut Hypochaeris radicata
Gemeine Schafgarbe Achillea millefolium
Gemeiner Dost Origanum vulgare
Wilde Möhre Daucus carota
Echter Wurmfarn Dryopteris filix-mas
Gundermann Glechoma hederacea
Schöllkraut Chelidonium majus
Weiße Lichtnelke Silene latifolia
Großes Immergrün Vinca major


06.09.2022 Berliner Wasserrat: Regen-zu-Baum-Konferenz

Der Berliner Wasserrat kümmert sich seit seiner Gründung im Jahre 2013 darum, dass es dem Berliner Wasser besser geht. Nach der erreichten Rekommunalisierung der zuvor teilprivatisierten Berliner Wasserbetriebe bemüht er sich darum, dass das Geld, dass mit dem Berliner Wasser verdient wird, diesem zumindest zum Teil wieder zugute kommt und nicht nur in den Senatshaushalt und in Vorstandsgehälter fliesst. Wichtige Themen des Berliner Wasserrats sind die Nutzung von Regenwasser und die Bewässerung von Stadtgrün. Am 06.09.2022 fand im Berliner Haus der Demokratie und Menschenrechte zu diesem Thema eine Konferenz mit dem Titel „Regen zum Baum!“ statt, an der neben engagierten Bürgern auch Vertreter aus Politik, Behörden, Verwaltung und Wissenschaft teilnahmen.    

REGEN-ZU-BAUM- KONFERENZ:  BERLINER WASSERRAT FORDERT UMSETZUNG EINER DEZENTRALEN REGENWASSERBEWIRTSCHAFTUNG IN DEN STADTQUARTIEREN

Pressemitteilung Berliner Wassertisch, Berlin 14.09.2022  

Eine Film-Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie auf Youtube:  https://www.youtube.com/watch?v=oMDugcCRhJ0

Am 6. September fand im Haus der Demokratie und Menschenrechte unter dem Titel »Regen zum Baum!« eine Konferenz des BERLINER WASSERRATES zur Umsetzung der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung in Berlins Bestandsquartieren statt. An ihr nahmen über 90 Personen teil. Unter ihnen befanden sich Zuständige aus den Bezirksämtern, Vertreter der Berliner Wasserbetriebe, von Wohnungsgesellschaften, Initiativen, Mieter-, Quartiers- und Nachbarschaftsräten, von den 4 Fraktionen des Berliner Abgeordnetenhauses sowie aus der Senatsverwaltung und den Bezirksverordnetenversammlungen. Ein Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes Stuttgart, eine Wissenschaftlerin der Hochschule Mülheim/Ruhr, sowie eine Journalistin aus Kaiserslautern nahmen ebenfalls teil. Moderiert wurde die Veranstaltung von Philipp Sattler (Ing.-Landschaftsarchitekt, Stiftung ‚Die grüne Stadt‘) der die ganze Bandbreite der im Publikum vertretenen Kompetenzen für die Diskussion fruchtbar werden liess.

Agrarökonom Dr. Hermann Wollner erläuterte in einem Vortrag sein Konzept einer dezentralen Regenwasserbewirtschaftung. Das Konzept sieht vor, das Regenwasser von den Dächern der Häuser direkt den Bäumen vor und hinter den Häusern zuzuleiten. Die finanziellen Mittel dafür seien vorhanden, so Wollner, sie seien nur falsch verteilt. In präzisen Analysen, die auf den von den Umweltämtern herausgegebenen statistischen Daten beruhten, lieferte Dr. Wollner zahlreiche quantitative Belege dafür, dass sich sein Konzept ‚rechnet‘, sogar wirtschaftlich vorteilhafter ist als die bisher verwendeten oder geplanten Verfahrensweisen.  „Bäume mit der Gießkanne bewässern, spart kein Wasser, sondern erhöht nur die Wasserrechnung der Bürger. Bäume mit dem Sprengwagen bewässern, die aus der Trinkwasserleitung befüllt werden, senkt den Grundwasserspiegel. Was wir demgegenüber brauchen, ist eine professionelle, dezentrale Regenwasserbewirtschaftung, bei der das Regenwasser direkt zu den Bäumen geleitet wird.“ Wichtig: Nach Auffassung von Dr. Wollner darf das Regenwasser nicht nur als „Abwasser“ oder Niederschlag in die Gesetze eingehen, sondern muss als Ressource aufgenommen werden, damit das Konzept umgesetzt werden kann.

Dr. Benedikt Lux, Jurist und umwelt- und haushaltspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus war ebenfalls als Referent geladen und beleuchtete spezielle juristische und politische Aspekte, wie die Novellierungsvorschläge im Berliner Wassergesetz und der Bauordnung Berlin sowie die Synchronisation von „Masterplan Wasser“ und „Charta Stadtgrün“, von Schwammstadt und Entsiegelung. Seine Darlegungen waren im Kern kompatibel mit den Analysen und Vorstellungen von Dr. Wollner. Insbesondere sah Dr. Lux ebenfalls die rechtliche Möglichkeit, das Regenwasser als Ressource ins Gesetz aufzunehmen.

Am Schluss der Veranstaltung legte Karl Goebler, Ökonom und Mitbegründer des Berliner Wasserrats, in seinem Kurzvortrag dar, dass und inwiefern die Mitwirkung von Bürgerräten an politischen Entscheidungsprozessen nicht nur eine bessere Legitimationsbasis schafft, sondern, richtig eingesetzt, auch eine höhere sachliche Qualität von Entscheidungen erwarten lässt. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass solchen Gremien bestimmte Rechte zuerkannt würden. Der Wasserrat sei von seiner Geschichte und seiner thematischen Ausrichtung her besonders geeignet, um neue Formen der Beteiligung und des Austauschs auszuprobieren. „Die Veranstaltung des Berliner Wasserrats hat bewiesen, dass der direkte, persönliche Austausch zwischen aktiven Bürgerinnen und Bürgern sowie Politikern und Verwaltungsfachleuten wertvolle Erkenntnisse und Anregungen für alle Beteiligten erbringen kann. Der Wasserrat muss allerdings, um seine Potentiale dauerhaft und in vollem Umfang entfalten zu können, von Seiten der Politik mit bestimmten Rechten ausgestattet werden, u.a. mit speziellen Informations- und Antragsrechten.“

Gerlinde Schermer, M.d.A.a.D. und Mitbegründerin des Berliner Wassertischs, zog folgendes Fazit: „Die große Beteiligung an der Veranstaltung des Berliner Wasserrats zeigt, dass viele BerlinerInnen, einschließlich Berliner Politiker, Verwaltungsfachleute und anderer Akteure ernsthaft nach Lösungswegen suchen, um die seit Jahren andauernde schlechte Lebenssituation der Berliner Bäume zu verbessern. Alle wissen: Die Bäume verschaffen ihnen nicht nur den nötigen Sauerstoff, sondern erhalten auch die Biodiversität und die ästhetische Qualität Berlins.“

Der BERLINER WASSERTISCH schlägt den Abgeordneten des Berliner Abgeordnetenhaus vor, eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der aktiven Berliner Bürgerschaft und den Akteuren der Siedlungswasserwirtschaft zu bilden, welche die ausschließliche Aufgabe erhält, praktische Vorschläge u.a. zur Novellierung von Wassergesetz, Bauordnung und Abwassersatzung (inkl. Prämien- und Gebührengrundlagen) zu erarbeiten.