Unterschriftensammlung für Petition

Der Autofabrikant Tesla hat im Südosten Berlins für den Bau seiner Gigafabrik hunderte Hektar Wald fällen lassen. Das ganze Ausmass des Waldfrevels wird deutlich, wenn man das Areal überfliegt. Gegnern der Gigafactory ist unklar, warum für den angeblichen Klimaretter E-Auto ein riesiges Loch in „Berlins grüne Lunge“ gerissen werden musste. Im Gegensatz zu der in einer Endlosschleife wiederholten Behauptung, dass es sich bei dem Areal um einen „Kiefernstangenwald“ handelt, stehen die Artenprotokolle, die Naturschützer angefertigt haben. 

Momentan beansprucht Tesla weitere 170 ha Wald, in welchem unter anderem Methusalemkiefern stehen und in dem seit 30 Jahren ein Umbau zum Mischwald erfolgt. Unter https://innn.it/KeineTeslaerweiterung könnt Ihr mit Eurer Unterschrift zum Erhalt dieses Waldes beitragen. 


Die Umweltkatastrophe der Oder geht weiter ...

Umweltkatastrophe in der Oder: Stand 07.09.2022

Am Wochenende 03./04.09.2022, einen Monat, nachdem tonnenweise Fischkadaver aus dem Fluss geborgen wurden, hatten Umwelt- und Bürgerbündnisse Polens und Deutschlands verschiedene Aktionen durchgeführt. Polen und Deutsche demonstrierten gemeinsam auf der Europabrücke Siekierki-Neurüdnitz für Rettungsmassnahmen für die schwer geschädigte Oder. Im Zentrum ihrer Kritik und Forderungen stand die schleppende bis ausbleibende Reaktion der Behörden sowie der Ruf nach einem Stop des Ausbaus der Oder zu einer „Schnellstrasse“. Wenn ein Fluss nur als Abwasserkanal und Transportweg gesehen würde, hätte das Leben in ihm keine Chance.

Die Aktivisten stellen permanent bis heute (07.09.2022) Fotos von Fischkadavern ins Netz, die in Kanälen, die Wasser zur Oder leiten, und in Teichen gefunden werden. Es wird aktuell davon berichtet, dass Helfern auf polnischer Seite von Polizeikräften der Zugang zu Gewässern verweigert wurde. Gleichzeitig erklärt das Amtsblatt Märkisch-Oderland Nr. 30 vom 06.09.2022: „Die Allgemeinverfügung zur Einschränkung der Nutzungen an der Oder und im näheren Einzugsbereich vom 16. August 2022 wird aufgehoben.“  Die Untere Wasserbehörde geht davon aus, dass die Ursachen der Katastrophe ermittelt wurde und nicht mehr fortbestehen …

   


Verschwindende Seen im Berliner Umland

In den vergangenen Jahren sanken die Pegel der Seen im Berliner Umland teilweise beträchtlich. Die Menschen, die an den Seen leben, waren alarmiert. Den Straussee vor den Toren Berlins betreffend beauftragten sie ein Gutachten, welches neben fehlender Niederschläge und höherer Verdunstung bei gestiegenen Temperaturen auch grössere  Wasserentnahmen durch den Wasserverband Strausberg-Erkner als kausal dafür nennt, dass die Uferstege des Straussees heute im Trockenen stehen. Für das gleiche Phänomen am Elsensee wird ursächlich angenommen, dass das Wasser des Zinndorfer Mühlenfliesses, welches den See speiste, seit Längerem angestaut und dem 1. Grundwasserleiter zugeführt wird. In Brandenburg wird Trinkwasser aus Grundwasser gewonnen, und da auch dessen Pegel sinken, wird Kompensation gesucht. Oberirdische und unterirdische Gewässer kommunizieren miteinander. Wenn weniger Regen fällt und in heisseren Sommern mehr Wasser verdunstet, gleichzeitig aber mehr Wasser entnommen wird, sinken die Wasserstände in beiden. Wenn dadurch Bäume verdorren, beschleunigt sich der beschriebene Teufelskreislauf. Es wird trockener, heisser, weniger grün und unsere Welt wird so allmählich eine andere, weniger lebenswerte und letztlich wohl auch weniger lebensermöglichende für alle Wesen, auch für das Wesen  Mensch. Gewiss wird dieser Teufelskreis kaum durchbrochen, indem wir lediglich Niedrigwassermanagement betreiben und auf’s Autowaschen und Rasensprengen verzichten. Wir müssen wohl in Zukunft auf mehr verzichten: Auf immer Mehr vom Mehr mit mehr Verbrauch von Ressourcen jeglicher Art, auch von Wasser.

Fotos vom Elsensee Mitte August 2022: Das Wasser ist um etliche Meter zurückgewichen, die Leitern führen nicht mehr in den See, sondern ans matschige Ufer und im See lockt keine Erfrischung, sondern schwappt grüne Brühe. Eine Interessengemeinschaft hofft auf Abhilfe, indem Wasser dem See zugeleitet wird und die Mittel dafür bereitgestellt werden.


Umweltkatastrophe Oder

Am 28. Juli 2022 wurden erstmalig im polnischen Oppeln tote Fische in der Oder gefunden. Es passierte daraufhin zunächst einmal gar nichts, ausser dass sich das Fischsterben ausweitete. Auf deutscher Seite wurden am 10.08. grosse Mengen von verendetem Fisch gefunden. Angler hatten sie bemerkt und alarmierten Polizei und Behörden. Die Landrätin des Kreises Uckermark erklärte am 12.08. gegenüber dem Tagesspiegel, dass sie erst wenige Tage zuvor über „inoffizielle Kanäle“ von der sich anbahnenden Katastrophe erfahren habe. Es ist also festzuhalten: Es gibt kein Überwachungssystem, welches das Auftreten giftiger Substanzen in der Oder registrieren würde – tonnenweise toter Fisch sind hier der erste Anzeiger. Eine suffiziente Kontrolle der Abwässer von Betrieben, die ihre Abwässer in die Oder einleiten, ein Monitoring etwa der Gesamtheit von Schadstoffen im Ökosystem Fluss, findet nicht statt. Tritt eine solche Katastrophe auf, werden flussabwärts gelegene Regionen nicht davon in Kenntnis gesetzt. Ein Katastrophenfrühwarnsystem existiert nicht, oder wenn es existiert, hat es versagt.

 

Heute, am 24.08.2022, gibt es erste Hypothesen zu den Ursachen des massenhaften Sterbens von Fischen, Schnecken, Muscheln und anderen Lebewesen der Oder. Das Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei IGB in Berlin geht davon aus, dass es sich um ein multifaktorielles Geschehen handelt. Zum Ersten leidet die Oder in diesem Dürresommer, der innerhalb der letzten 500 Jahre die geringsten Niederschläge gebracht hat, unter Niedrigwasser. Zu den fehlenden Niederschlägen kommen die erhöhten Temperaturen, die mehr Wasser verdunsten lassen. Unter erhöhten Temperaturen steigt die Stoffwechselrate der Fische, so dass sie anfälliger für äussere Stressoren werden. Daneben wurden stark erhöhte Quecksilberwerte im Oderwasser gemessen, welche ebenfalls pathogen für jedes Lebewesen sind. Eine grosse Rolle soll spielen, dass die Oder auf polnischer Seite ausgebaggert wird, um die Fahrrinne zu vertiefen und so die Oder beschiffbar zu halten. Im Sediment haben sich Schadstoffe abgelagert, die aufgewirbelt werden und sich erneut im Wasser lösen. Und schliesslich wurden stark erhöhte Salzfrachten im Oderwasser bestimmt, die durch Industriebetriebe in eingeleitet wurden. Dieser erhöhte Salzgehalt schliesslich hat zu einem übermässigen Wachstum einer Algenart geführt, welche wiederum für Lebewesen toxische Stoffe produziert. Das Oderwasser war also zum reinsten Giftcocktail mutiert, dessen Genuss kein Lebewesen überleben kann.

 

Bisher ist nicht zu vernehmen, dass einer der genannten kausalen Faktoren des Fischsterbens von Politikern und Behörden ins Visier genommen wird. Es kam zu den zu erwartenden gegenseitigen Beschuldigungen zwischen polnischen und deutschen Politikern, gleichzeitig will man Zusammenarbeit und Koordination im Frühwarnsystem verbessern. Von Wissenschaftlern liest man Äusserungen, dass unsere Flüsse „resilienter gegenüber Störungen“ gemacht werden sollen. Gleichzeitig geht die Fahrrinnenvertiefung der Oder auf polnischer Seite weiter und hört man von keinen Restriktionen gegenüber der Einleitung von Schadstoffen durch Bergbau / Industrie. Die Wirtschaft muss brummen und so ist die nächste Umweltkatastrophe absehbar. Dieser Kommentar kann also durchaus als „Frühwarnung“ gelesen werden.

Pressemitteilung BI Grünheide/VNLB (Download)

BI SAVE.ODER.DIE

Als in der Oder Anfang August das grosse Fisch-sterben begann, bildete sich sehr schnell eine sehr aktive, exzellent informierte und sofort gut vernetzte Bürgerinitiative. Sie riefen schnell eine künstlerische Aktion ins Leben, bei der sie die Oder blutrot anstrahlten***, um auf die Verletzungen des Flusses hinzuweisen. Sie kreierten eine eigene Webseite https://saveoder.org und nutzten schnell die sozialen Medien. Zum 04.09.22 planen sie eine Musikaktion https://saveoder.org/kunstaktionen-lebendiger-fluss/, damit das Interesse der Öffentlichkeit an den Ereignissen nicht so schnell erlischt, wie das Wasser die Oder hinunter fliesst. Nach eigenen Angaben geht es der Initiative darum,

„ein breites  Bündnis rund um die Wasserproblematik hier in der Gegend zu bilden.Ein Bündnis, das unsere Gewässer schützt vor weiterem Schaden durch  Klimawandel, Ausbeutung und Verschmutzung. Ein Bündnis, das den Stein der Veränderung mit ins Rollen bringt.“

Die BI sagt von sich:

Wir sind bereits Richtung Norden/Uckermark/Nationalpark Unteres Odertal  vernetzt, auch nach Polen gibt es Anschlüsse. Die Perspektive auf die Seen und das Grundwasser ins Land hinein,

…  fehlte bislang“.

Die Initiatoren der BI SAVE.ODER.DIE war daher begeistert, als die Wassertafel Berlin – Brandenburg sofort nach Bekanntwerden der Katastrophe den Schulterschluss mit ihnen suchte.

Wir sind uns einig: Egal ob die Oder, die Spree oder die Havel, ob kleinere oder grössere Seen – alle Gewässer haben unter den antropogenen Veränderungen unserer Umwelt zu leiden. Wir alle wissen, dass es keine Besserungen bringen wird, wenn Niedrigwasser nur „gemanaged“ wird oder wenn Wasser per Fernleitung aus weniger trockenen Regionen in gänzlich ausgetrocknete geleitet werden wird. Es hat auch keinen Sinn, verschiedene Komponenten unserer Umwelt gegeneinander auszuspielen, wie die Parole „Klimaschutz vor Artenschutz“ suggeriert. ALLE Komponenten unserer Umwelt müssen in ihrem Zusammenspiel ganzheitlich betrachtet werden, um die schweren Symptome der Erkrankung unserer Umwelt und schliesslich ein grosses Sterben auf unserem Planeten zu verhindern.

*** Die von uns gezeigten Fotos wurden während dieser Aktion aufgenommen und uns von der BI SAVE.ODER.DIE zur Verfügung gestellt.


Begehung des Teslageländes

Zum 25.08.2022 hatte Tesla verschiedene Initiativen, darunter auch die schärfsten Kritiker einer Ansiedlung der Gigafactory in Freienbrink, zu einer Begehung des Geländes eingeladen. Aktueller Auslöser dieses Angebots, das Kritikern erstmalig die Gelegenheit gab das Gelände zu betreten, waren Berichte in der Presse zu Fragen, die zur Feuchthaltung der Bauwege und Strassen im Baugelände und zur Regenwasserversickerung aufkamen.

Es wurde viel über sehr Spezielles gesprochen: über Löschwasserrückhaltebecken, Sedimentationsbecken, Regenwasserversickerungskonzepte u.a.m.. Anwesende Wissenschaftler der TU Berlin, anderer Institutionen und auch Geohydrologen und Ökologen der Vereine und Bürgerinitiativen nutzten die Gelegenheit, kritische Fragen zu stellen. Es wurde klar, dass Tesla im Detail bereit ist, Verbesserungsvorschläge umzusetzen oder auch die Kommunikation nach Aussen zu verbessern, dass sie sich aber absolut nicht des Gefährdungspotentials bewusst sind, welches sie durch das Bauen im Wasserschutzgebiet oder durch die Einleitung von Abwässern in die Spree für das Trinkwasser der Berliner und der Brandenburger darstellen. Grosse Störfälle, denen gegenüber sie als nicht genügend gewappnet erscheinen, oder Beeinträchtigungen der naheliegenden Wasserfassung Hohenbinde, werden sich auch erst im Laufe von Jahrzehnten einstellen oder bemerkbar machen – Tesla jedoch denkt an den Profit von heute und von morgen.

Die Wassertafel Berlin-Brandenburg nutzte die Gelegenheit, um ihre zu Tesla  diametral entgegengesetzte Herangehensweise an die Problematik darzulegen und um an Teslavertreter einen allgemeineren Fragen- und Forderungskatalog als Offenen Brief zu überreichen. Die Antworten des Unternehmens stehen noch aus.


Treffen bei der Umweltsenatorin Jarasch am 15.08.2022

Am 15.08.2022 konnten wir eine Einladung der Umweltsenatorin Bettina Jarasch wahrnehmen, die als Reaktion auf unseren Offenen Brief, den wir am 09.12.2021 symbolisch vor dem Roten Rathaus überreicht hatten, erfolgte. Vertreter der Blue Community, des Berliner Wasserrats, der Grünen Liga, der Wassertafel, von Gemeinwohl in BürgerInnenhand und weiterer Initiativen trugen während eines einstündigen Gesprächs ihre Anregungen, Vorschläge und Sorgen vor. Dies waren u.a. der Wunsch nach mehr Trinkwasserbrunnen in der Stadt und genügend kostenfreien Toiletten, die Abkehr von der Idee, Regenwasser als „Abfall“ zu behandeln, der Vorschlag, bei Neubauten und Grundsanierungen von Häusern zwei Leitungssysteme zu installieren, so dass Wasser und Energie mehrfach genutzt werden könnten, die Forderung, sich um Kleingewässer zu kümmern und auch das Wassersparen in Schulen publik zu machen. All diese Vorschläge stiessen bei der Senatorin auf offene Ohren und sie betonte, dass sie das Engagement unserer Gruppen schätze – sie selbst war ja einst auch in solchen aktiv. Die Warnung der Wassertafel, dass auch bei modernster Abwasserbehandlung durch nicht zu klärende Stoffe eine Belastung des Berliner Trinkwassers drohe, wenn Klärwasser von Industrie und Gewerbe künftig VOR dem Müggelsee in die Spree eingeleitet würde, nahm die Senatorin ernst. Sie verneinte jedoch die Möglichkeit einer Einflussnahme auf den Standort eines Klärwerks und damit auf den Ort, an dem Teslas und die Abwässer weiterer Industrie und Gewerbes in die Spree eingeleitet werden. Dagegen sagte sie zu, sich bei der Abwassereinleitung „für die Einhaltung allerhöchster Umweltstandards“ einsetzen zu wollen. Da die Wassertafel Berlin-Brandenburg hiermit zumindest seitens des Landesamtes für Umwelt Brandenburg sehr schlechte Erfahrungen hat, wird sie sich mit dieser Zusage nicht zufrieden geben, sondern ein echtes Eingreifen der Senatorin zum Schutz des Berliner Trinkwassers fordern.

Mit allen anwesenden Gruppen vereinbarte die Senatorin, in der Zukunft regelmässige Treffen sowohl auf der „Arbeitsebene“ als auch mit ihr durchzuführen, bei denen wir unsere Fachkompetenz  zum Nutzen des Berliner Trinkwassers einbringen könnten.

Offener Brief an die Senatskanzlei (Download)Offener Brief an die Umweltsenatorin Jarasch (Download)

1,5° Festival

Vom 17.-19.06.2022 fand in der Kulturmühle in Lietzen das 1,5° Festival statt. Es gab Konzerte und Workshops, es wurden Theaterstücke aufgeführt und man konnte sich auch zum Thema informieren. Zu einer Podiumsdiskussion waren Gäste aus Politik, Wissenschaft und auch Teilnehmer eingeladen, die Wasser benötigen oder es schützen wollen:

 

Axel Vogel, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz in Brandenburg

Christiane Schröder, Geschäftsführerin des NABU Brandenburge.V.

Jens Schreinicke, Landesbauernverband Brandenburg e.V., Vorstand des Kreisbauernverband PM

Turgut Pencerci, Landeswasserverbandstag Brandenburg e.V

Prof. Dr. Christoph Merz, Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V.

Ulrike von Wiesenau, Wasserrechtsaktivistin, Pressesprecherin der Wassertafel Berlin-Brandenburg

 

Ulrike von Wiesenau bezeichnete es für die Wassertafel als einen Fehler, in einer der wasserärmsten Regionen Deutschlands mit Tesla einen Wassergrosskonsumenten angesiedelt zu haben. Sie forderte das Umweltamt auf, Tesla im Sinne einer nachhaltigen Wasserwirtschaft klare Auflagen, wie geschlossene Wasserkreisläufe zu machen und eine Einleitung von Abwässern in die Müggelspree zu untersagen.

Sie warf der Politik Blauäugigkeit gegenüber dem Investor vor.

Leider hatte Umweltminister Axel Vogel wegen einer Erkrankung seine Teilnahme abgesagt und auch keine Vertretung geschickt.

 

 

 


Blue Community

Im Rathaus Charlottenburg fand am 30.05.2022 eine Ausstellungseröffnung zur Blue Community Berlin statt. Prominenter Ehrengast war Maude Barlow, die Trägerin des Alternativen Nobelpreises. Die Wassertafel Berlin-Brandenburg nutzte die Gelegenheit, auf die Probleme, die die Ansiedlung Teslas für unser Trinkwasser kreieren, aufmerksam zu machen und überreichte der anwesenden Umweltsenatorin Bettina Jarasch ihren diesbezüglichen Forderungskatalog. Diese Forderungen umfassen hauptsächlich die Einrichtung eines geschlossenen Wasserkreislaufs zur Einschränkung des Wasserverbrauchs in einer der trockensten Regionen Deutschlands, ein valides Monitoring des Untergrundes zum Schutz vor Kontaminationen des Grundwassers im Wasserschutzgebiet mit Gefahrenstoffen und ein Verbot der Einleitung industrieller Abwässer in Spree und Müggelsee. In einer Periode sich zuspitzender Wasserknappheit nimmt die Wassertafel die Verantwortung der Bürger wahr, sich politisch einzumischen und für das Lebensrecht auf sauberes Trinkwasser in hinreichender Menge zu kämpfen.

Die Beiträge der Veranstaltung sind abzurufen unter http://bluecommunityberlin.de


Berliner Wasserrat: TESLA-Gigafactory und Klimawandel: Auf der Suche nach einer echten Mobilitätswende

Am 12.05.2022 tagte im Haus der Demokratie und Menschenrechte der Berliner Wasserrat. Es sollte am Beispiel Teslas in Grünheide über den eventuellen Nutzen batteriegetriebener Elektroaustos für die angestrebte CO2-Reduktion und den Preis, der zunächst lokal dafür gezahlt wird, gesprochen werden. Eingeladen waren Dr. Heidemarie Schroeder von der Wassertafel Berlin-Brandenburg und Wolfgang Lohbeck, Automobilentwickler und langjähriger Mobilitätsexperte der Umweltorganisation Greenpeace.

In den beiden Vorträgen wurde klar, dass Tesla lokal eine Umweltkatastrophe darstellt und batteriegetriebene Elektroautos global keine Lösung für die Verkehrs- und Klimaprobleme bieten.


Diskussionsrunde im Loft am Pfefferberg

In Grünheide leisten Bürger seit 2 1/2 Jahren Widerstand gegen den Bau der Gigafactory Teslas, während die verantwortlichen Politiker in Land und Bund dem reichsten Mann der Welt den roten Teppich ausrollen.

Die Veranstaltung am 05.05.2022 „Am Pfefferberg“ in Prenzlauer Berg hatte sich das lachende „Does this seem like a desert to you?“ Elon Musks auf die Frage nach der Wasserarmut der Region zum Anlass genommen, um die durch Tesla verschärfte Wasserproblematik zu thematisieren.

 

Die Künstlerin Caroline Breidenbach zeigte in einem Videobeitrag, wie durch Privatisierung von  Wassernutzungsrechten, wie sie auch in Berlin-Brandenburg diskutiert und teilweise verwirklicht wurden, im globalen Süden Krankheit und Not entstehen. Der Titel ihres Beitrages lautete: „Ihre Gegenwart ist unsere Zukunft“.

Anna Lena Kronsbein vom Leibnitz-Institut IGB verwies auf die Gefährdungen des Trinkwassers, die durch die Ansiedlung von Grossindustrie im Berliner Südosten mit seinen geohydrologischen Besonderheiten, seiner Wasserarmut und den grossen Wasserschutzgebieten und Strukturen der Berliner Wasserbetriebe entstehen können.

Heidemarie Schroeder von der Wassertafel Berlin-Brandenburg zeigte an konkreten Beispielen des Tesla-Projektes, wie eine Gefährdung des Trinkwassers der Berliner und Brandenburger nicht erst unsere Zukunft, sondern bereits unsere Gegenwart geworden ist.

 

Die von Anna Lena Kronsbein präsentierten Grafiken zeigen neben anderem die topografische Beziehung der Tesla Bauwerke zu Spree und Müggelsee mit den Uferfiltrationsgalerien der Berliner Wasserbetriebe und die Belastung der Erpe, über die das Klärwerk Münchehofe Abwasser in die Spree einleitet, u.a. mit Korrosionsschutzmitteln. Der Einsatz von Korrosionsschutzmitteln wie Benzotriazol ist auch im Teslawerk zu erwarten. Eine ausführliche Darstellung der Einschätzung des IGB ist auf dessen Webseite zu finden.

Die abgebildeten Fotos der Veranstaltung stammen aus der Kamera Erik Tschernows.