1,5° Festival

Vom 17.-19.06.2022 fand in der Kulturmühle in Lietzen das 1,5° Festival statt. Es gab Konzerte und Workshops, es wurden Theaterstücke aufgeführt und man konnte sich auch zum Thema informieren. Zu einer Podiumsdiskussion waren Gäste aus Politik, Wissenschaft und auch Teilnehmer eingeladen, die Wasser benötigen oder es schützen wollen:

 

Axel Vogel, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz in Brandenburg

Christiane Schröder, Geschäftsführerin des NABU Brandenburge.V.

Jens Schreinicke, Landesbauernverband Brandenburg e.V., Vorstand des Kreisbauernverband PM

Turgut Pencerci, Landeswasserverbandstag Brandenburg e.V

Prof. Dr. Christoph Merz, Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V.

Ulrike von Wiesenau, Wasserrechtsaktivistin, Pressesprecherin der Wassertafel Berlin-Brandenburg

 

Ulrike von Wiesenau bezeichnete es für die Wassertafel als einen Fehler, in einer der wasserärmsten Regionen Deutschlands mit Tesla einen Wassergrosskonsumenten angesiedelt zu haben. Sie forderte das Umweltamt auf, Tesla im Sinne einer nachhaltigen Wasserwirtschaft klare Auflagen, wie geschlossene Wasserkreisläufe zu machen und eine Einleitung von Abwässern in die Müggelspree zu untersagen.

Sie warf der Politik Blauäugigkeit gegenüber dem Investor vor.

Leider hatte Umweltminister Axel Vogel wegen einer Erkrankung seine Teilnahme abgesagt und auch keine Vertretung geschickt.

 

 

 


Blue Community

Im Rathaus Charlottenburg fand am 30.05.2022 eine Ausstellungseröffnung zur Blue Community Berlin statt. Prominenter Ehrengast war Maude Barlow, die Trägerin des Alternativen Nobelpreises. Die Wassertafel Berlin-Brandenburg nutzte die Gelegenheit, auf die Probleme, die die Ansiedlung Teslas für unser Trinkwasser kreieren, aufmerksam zu machen und überreichte der anwesenden Umweltsenatorin Bettina Jarasch ihren diesbezüglichen Forderungskatalog. Diese Forderungen umfassen hauptsächlich die Einrichtung eines geschlossenen Wasserkreislaufs zur Einschränkung des Wasserverbrauchs in einer der trockensten Regionen Deutschlands, ein valides Monitoring des Untergrundes zum Schutz vor Kontaminationen des Grundwassers im Wasserschutzgebiet mit Gefahrenstoffen und ein Verbot der Einleitung industrieller Abwässer in Spree und Müggelsee. In einer Periode sich zuspitzender Wasserknappheit nimmt die Wassertafel die Verantwortung der Bürger wahr, sich politisch einzumischen und für das Lebensrecht auf sauberes Trinkwasser in hinreichender Menge zu kämpfen.

Die Beiträge der Veranstaltung sind abzurufen unter http://bluecommunityberlin.de


Berliner Wasserrat: TESLA-Gigafactory und Klimawandel: Auf der Suche nach einer echten Mobilitätswende

Am 12.05.2022 tagte im Haus der Demokratie und Menschenrechte der Berliner Wasserrat. Es sollte am Beispiel Teslas in Grünheide über den eventuellen Nutzen batteriegetriebener Elektroaustos für die angestrebte CO2-Reduktion und den Preis, der zunächst lokal dafür gezahlt wird, gesprochen werden. Eingeladen waren Dr. Heidemarie Schroeder von der Wassertafel Berlin-Brandenburg und Wolfgang Lohbeck, Automobilentwickler und langjähriger Mobilitätsexperte der Umweltorganisation Greenpeace.

In den beiden Vorträgen wurde klar, dass Tesla lokal eine Umweltkatastrophe darstellt und batteriegetriebene Elektroautos global keine Lösung für die Verkehrs- und Klimaprobleme bieten.


Diskussionsrunde im Loft am Pfefferberg

In Grünheide leisten Bürger seit 2 1/2 Jahren Widerstand gegen den Bau der Gigafactory Teslas, während die verantwortlichen Politiker in Land und Bund dem reichsten Mann der Welt den roten Teppich ausrollen.

Die Veranstaltung am 05.05.2022 „Am Pfefferberg“ in Prenzlauer Berg hatte sich das lachende „Does this seem like a desert to you?“ Elon Musks auf die Frage nach der Wasserarmut der Region zum Anlass genommen, um die durch Tesla verschärfte Wasserproblematik zu thematisieren.

 

Die Künstlerin Caroline Breidenbach zeigte in einem Videobeitrag, wie durch Privatisierung von  Wassernutzungsrechten, wie sie auch in Berlin-Brandenburg diskutiert und teilweise verwirklicht wurden, im globalen Süden Krankheit und Not entstehen. Der Titel ihres Beitrages lautete: „Ihre Gegenwart ist unsere Zukunft“.

Anna Lena Kronsbein vom Leibnitz-Institut IGB verwies auf die Gefährdungen des Trinkwassers, die durch die Ansiedlung von Grossindustrie im Berliner Südosten mit seinen geohydrologischen Besonderheiten, seiner Wasserarmut und den grossen Wasserschutzgebieten und Strukturen der Berliner Wasserbetriebe entstehen können.

Heidemarie Schroeder von der Wassertafel Berlin-Brandenburg zeigte an konkreten Beispielen des Tesla-Projektes, wie eine Gefährdung des Trinkwassers der Berliner und Brandenburger nicht erst unsere Zukunft, sondern bereits unsere Gegenwart geworden ist.

 

Die von Anna Lena Kronsbein präsentierten Grafiken zeigen neben anderem die topografische Beziehung der Tesla Bauwerke zu Spree und Müggelsee mit den Uferfiltrationsgalerien der Berliner Wasserbetriebe und die Belastung der Erpe, über die das Klärwerk Münchehofe Abwasser in die Spree einleitet, u.a. mit Korrosionsschutzmitteln. Der Einsatz von Korrosionsschutzmitteln wie Benzotriazol ist auch im Teslawerk zu erwarten. Eine ausführliche Darstellung der Einschätzung des IGB ist auf dessen Webseite zu finden.

Die abgebildeten Fotos der Veranstaltung stammen aus der Kamera Erik Tschernows.


Weltwassertag

Zum Weltwassertag, dem 22.03.2022, hatte die Wassertafel Berlin-Brandenburg zusammen mit der Bürgerinitiative Grünheide zu einer Demonstration aufgerufen. Am gleichen Tag feierte Tesla die Auslieferung seiner ersten in Grünheide erzeugten Fahrzeuge. Wir liefen vom Bahnhof Fangschleuse bis zum Teslagelände, wo eine Kundgebung mit vielen Rednern stattfand. Etwa 100 Menschen aus verschiedenen Regionen der Erde nahmen teil. Obwohl die Sonne schien, waren die äusseren Bedingungen nicht optimal: Wir durften nicht die Strasse benutzen sondern wurden auf Waldwegen „versteckt“ und Einsatzwagen der Polizei blockierten die Sicht auf unsere Transparente. Dennoch verbuchen wir unsere Aktion als vollen Erfolg. Während Robert Habeck bei Tesla erklärte, jedes E-Auto vermindere die Abhängigkeit von (russischem) Öl und Gas, rechneten wir vor, dass die Beschleunigung eines Tesla-Y von 130 kmh auf 260 kmh eine Vervierfachung seines Energieverbrauchs bedeutet. Während Elon Musk über die Wasserproblematik lachte, belegten wir die Gefährdung des Trinkwassers der Berliner und Brandenburger. TeilnehmerInnen aus Nord-, Mittel- und Südamerika berichteten, wie die Extraktion von Nickel, welches für die Batterien von E-Autos benötigt wird, ihr Wasser verseucht, ihre Heimat zerstört und sogar ihr Leben bedroht. Eine der Frau aus Guatemala zitierte aus der Ansprache einer Betroffenen, dass sie keine Umweltheroin sein wolle, dass sie auch unseren „technischen Fortschritt“ nicht wolle, dass sie nur mit ihrer Familie in Frieden an ihren Lagunen leben wolle. Diese Lagunen und dieses Leben würde für Nickel, wie Tesla es benötige, zerstört.

 

Die Zeitung „Junge Welt“ berichtet von den Orten, an denen am 22.03.2022, dem „Weltwassertag“ und gleichzeitig „Delivery Day“ Teslas, entweder gefeiert oder -weit ungeduldiger als durch uns- demonstriert wurde:

„Die Politprominenz übte derweil den Bückling: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Bundesklimaminister Robert Habeck (Grüne) und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hielten am Dienstag hymnische Kurzreden beim offiziellen Produktionsstart der ersten europäischen Tesla-Fabrik in Grünheide.“

„Aktivisten von »Sand im Getriebe« und »Aktion autofrei« blockierten während der Feier der Musk-Fanboys die Zufahrten zum Gelände, andere seilten sich an umliegenden Autobahnbrücken ab.“

 

Der link zum ganzen Artikel:

https://www.jungewelt.de/artikel/423139.us-elektroautobauer-giga-gaga-in-gr%C3%BCnheide.html


Sitzung des Wasserverbandes Strausberg - Erkner

Im Streit um das Wasser im Berliner Südosten zieht immer wieder der Wasserverband Strausberg – Erkner die Aufmerksamkeit auf sich, denn er hat zu gewährleisten, dass den Konsumenten das Wasser besonders in den Sommermonaten nicht ausgeht. Bereits im Oktober 2019 nannte der WSE das Versagen von Neuerschliessungen für Gewerbe und Industrie als Möglichkeit, um der zunehmenden Diskrepanz zwischen Wasserdargebot und Wasserbedarf Herr zu werden. Seine Mahnungen vor Wassermangel wiederholt der Verbandschef seitdem beharrlich, was ihm Maulkorbverordnungen seitens der Politik und selbst Hasskampagnen im Internet eingebracht hat. Veränderungen in der Region  geben den Cassandrarufen des Vorstandschefs jedoch Recht: Ein Austrocknen von Seen, die Umkehr der Fliessrichtung der Spree und Trockenheitsschäden grosser Teile der Vegetation sind unverkennbare Zeichen des zunehmenden Wassermangels. Der nach den Dürrejahren 2018 ff auch in diesem Jahr fehlende Niederschlag ist ein erneutes Alarmsignal.

Das Landesamt für Umwelt jedoch sieht diese Alarmsignale und teilt die Sorgen des Wasserverbandes nicht und hat die Ansiedlung des Wassergrossverbrauchers Tesla genehmigt. Die Landesregierung hofft sogar auf weitere  Ausbaustufen des Werks wie auch den Nachzug von Gewerbe und Industrie, die alle weitere Wasserbedarfe anmelden werden. Auch das Verwaltungsgericht Frankfurt/Oder prognostiziert erstaunlicher Weise, dass die Grundwasserneubildung die Grundwasserentnahme im gesamten kommenden Jahrzehnt übersteigen wird. Politik, Behörden und Justiz befördern so einen zunehmenden Wassermangel in einer der trockensten Regionen Deutschlands und agieren damit als Katalysator einer Umweltzerstörung, die sie eigentlich zu  verhindern suchen sollten.

 

Die Wassertafel Berlin – Brandenburg nutzte die ausserordentliche Sitzung des WSE, um darauf hinzuweisen, dass eine reine Genehmigungen von Mehrförderung von Wasser für den Wasserverband nur zu einem weiter sinkenden Grundwasserspiegel führen wird und damit zu einer Beschleunigung des bereits in Gang gesetzten Teufelskreislaufs von Mehrverbrauch, Austrocknung von Böden und Absterben der Vegetation und sinkender Grundwasserneubildung.


Demonstration vor dem Berliner Mügglesee

Am 08.01.2022 demonstrierte die Wassertafel Berlin-Brandenburg gemeinsam mit Mitgliedern der Bürgerinitiative Grünheide vor dem Berliner Müggelsee in Friedrichshagen in direkter Nachbarschaft der Berliner Wasserbetriebe. Unser Ziel war es, auf die Auswirkungen aufmerksam zu machen, die eine Einleitung von Industrieabwässern für den grössten Reinwasserspeicher Berlins und damit für das Trinkwasser der Berliner haben würde. Die Versorgung eines Grossteils der Berliner ist von Uferfiltraten der Spree und des Müggelsees abhängig.

Passanten und Spaziergänger verstanden unsere Botschaft: „Stoppt Tesla - Rettet unser Trinkwasser“ sofort und stellten sich spontan zu uns. Das Zweite Deutsche Fernsehen zeichnete  die Aktion auf.

Die Grafik des ebenfalls in Friedrichshagen ansässigen Leibnitzinstituts IGB zeigt die Uferfiltrationsgalerien an Spree und Müggelsee. Umfangreicheres Datenmaterial des Instituts ist auf der Webseite des Instituts zu finden: https://www.igb-berlin.de


Demonstration vor dem Roten Rathaus

Am 09.12.2021 demonstrierte die Wassertafel Berlin-Brandenburg vor dem Berliner Roten Rathaus. Es herrschte Schneegestöber.  Eingeheizt wurde den Demonstranten von dem Trommler Klaus Staffa, der eigens etwas für uns komponiert hatte. Der Anlass dieser Demonstration war, dass wir den sich neu formierenden Berliner Senat auf die Gefahren aufmerksam machen wollten, die sich im Südosten Berlins durch die Ansiedlung Teslas für unser Wasser zusammenbrauen. Symbolisch überreichten wir dem Senat einen offenen Brief mit Forderungen, die wir gegenüber Tesla und gegenüber dem Landesumweltamt Brandenburg durchgesetzt sehen wollen.